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B'nai B'rith · 1926-03-01 · 3 (3.1926) · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
3 (3.1926)
Date
1926-03-01
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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60 lieben, ist es, daß jeder seiner naturgewolLten Dazugehörig keit und der hieraus folgenden Pflichten sieh bewußt werde und danach handle." Wir Juden wissen uns seit je mit Menschen vom Schlage Hollands verwandt. Durch ein jahrtausen laltes Schicksal ist unser Gefühl ein Instrument geworden, das sehr fein auf Menschenliebe reagiert, und unserem sittlichen Wollen ist jene sittliche Tapferkeit nicht fremd, ohne die wir längst zugrandeg«sgangen wären. Vielleicht sind deshalb bei uns die Züge der Gefühlsweichheit und Tapferkeit nach beiden Seiten hin ausgeprägter, stärker unterstrichen, vitaler, erregter als bei Menschen, die aus einer ruhigeren Geschichte stammen. Ahe; gerade darum bewundern wir in Romain Rolland und in den Gestalten seiner Wetke die Harmonie, welche sittliche Tapferkeit über Menschen ausbreitet, und so ist er auch uns auf unserem Wege ein Mann des Zuspruches und einer fernen Hoffnung. Friedrich Thieberger. Die Juden und ihre Tempel. Werke der Kunst sind Schöpfungen, die in einem Volke 0 ler aus einem Volke entstehen und. retrospektiv betrachtet, ein klares Bild vom Leiben und der Kultur der Nationen oder ganzer Rassen aufrollen. Die Größe der antiken Völker ergibt sich schon allein aus ihren ans Wunderbare grenzenden "Werken der bilden len Kunst, hauptsächlich der Architektur und der Bil Ihauerei. Soweit wir von der antiken Kunst Reste kennen und Berichte haben, wissen wir. daß bei fast allen Völkern de< antiken Altertums immer die Höchstleistungen ihrer künstlerischen Produktivität religiösen Zwecken gewi Imei waren. Diese Werke sind in ihrer Mächtigkeit und Großartigkeit wohl von keiner folgenden Geschiehtsperiode übertroffen worden, im Gegenteil, sie sind künstlerische Höchstleistungen geblieben und waren immer die äußersten Vorbilder für die bildende Kunst weißer Rassen. Alle diese Völker des antiken Altertums sind spurlos verschwunden und haben uns als Erbe die Reste ihrer ans Märchenhafte grenzenden Kunstwerke hinterlassen. Gleichzeitig mit ließen Völkern, Ägyptern. Assyrern, Rabyloniern. Persern. Griechen und Römern, die sich in der Weltherrschaft der damals bekannten Welt ablösten, führte in einem versteckten Winkel A den; das Volk der Stämme Israel:- schon seine merkwürdige Existenz. Sie wuchsen als erste- Volk der Welt mit der Idee ihres einzigen, unsichtbaren Gottes auf. sie lebten als Sklaven Jahrhun lerte unter einem Volke, das der grandiosesten architektonischen (bitte-Verehrung huldigte, die wir je gekannt haben, unter den Ägyptern. Ihr' Führer aus de* Gefangenschaft. Moses, ein Zögling ägyptischer Priester, übernimmt nichts von dieser Art Verehrung ler Götter. Vom ersten Beginn seiner Führung ist es sein festes Ziel, die Idee des einzigen, unsichtbaren Gottes tief in die Seele dieses Volkes Iringen zu lassen, eine fast menschenuumögliche Aufgabe für einen Führer. Jede bildhafte Nachahmung aus leblosem Material wir l streng geahndet und als die Stiftsh ü 11 e als erstes, für ein Wandervolk naturgemäß ambulantes Heiligtum konstruiert wird, ist es nur da. um einen heiligen Raum und ein Behältnis für die Tafeln zu schaffe . in denen Worte Gottes ein-

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