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B'nai B'rith · 1926-02-01 · 2 (2.1926) · p. Seite 49

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
2 (2.1926)
Date
1926-02-01
Page
Seite 49 (sequence 25)
Language
German
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49 jüdischen Einwanderer befanden und wie sie im Laufe der Zeit die Institutionen schufen, die ihnen ein jüdisches Leben nach ihrer Weltauffassung ermöglichen. Nach Ansicht des Verfassers führt jede Reformbewegung aus dem Judentume heraus zu vollständiger Assimilation, d. h. zum Untergänge. Mehr als 1000 Talmud- Torah-Schulen in den Vereinigten Staaten, eine Schule in New Vork für besonders Begabte, die vertiefte jüdische Studien betreiben wollen, auch wenn nicht die Absicht besteht, den Rabbinerberuf zu ergreifen und vor allem die große Jeshiva, deren „Talmudieal Academy" Hochschulcharakter besitzt und mehr als 400 Studenten zählt, sind Bollwerke der Orthodoxie in Amerika. Dr. B. Kevel betont in einem besonderen Artikel über diese Anstalt die Wichtigkeit wissenschaftlicher Tätigkeit in Amerika, seitdem die früheren Zentren in Rußland der Desorganisation anheim gefallen sind. An diese beiden informativen Artikel schließen sich einige andere, mehr religiösen Charakters. Von den sonstigen Beiträgen interessiert ein neuer Bericht über das Mexikowerk des Ordens. Es handelt sich dabei nicht um eine „Wohltätigkeitsaktion", bei der in ein Faß ohne Boden geschöpft wird, vielmehr läßt sich der B. B. von dem durchaus vernünftigen und echt amerikanischen Grundsatz leiten: Helping the Jews to help themselves. Sobald die Einwanderer in der Lage s< in werden, selbst weiterzuarbeiten, soll die Aktion ihr Ende finden. Der Artikel würdigt neuerlich die an dem Werke beteiligten Männer und bringt Photos aus der jüdischen Schule in Mexiko-City und aus dem Leben der Farmer. Das Jännerlieft soll speziell dem j ü d i s c h e n F a r m e r gewidmet werden. Aus der Tätigkeit der Logen sei eine Vortragsreihe der San Francisco-Loge über ..Amerikanisation" erwähnt. Dr. Stransky. „Praga". UMSCHAU. Br. Großsekretär Wiesmeyer — ein Sechziger. Br. Regierungsrat Dr. Emil Wiesmeyer ist dieser Tage sechzig Jahre alt geworden. Seine hervorragenden Verdienste um das Logenwerk unseres Distriktes brauchen gerade an dieser Stelle nicht hervorgehoben zu werden. Wir verehren ihn als den großen, unermüdlichen Arbeiter, dessen sichtbarster Zug hingebungsvolle Sachlichkeit ist. Er besitzt das ungewöhnliche ökonomische Talent, das über die Linien eines weiten Planes niemals das kleinste Detail der Ausführung übersieht. Diese organisatorische Fähigkeit prädestinierte ihn auch zum Präsidenten des großen Werkes, dem neben der reichen Wirksamkeit als Großsekretär, seine Liebe gehört: der jüdischen Fürsorgezentrale. Möge seine jugendliche Kraft um ihrer Leistungen und um ihres sittlichen Beispiels willen uns lange erhalten bleiben! T. Rudolf Eucken. Am 5. Jänner ist Rudolf E u c k e n, der zuletzt Professor in Jena war. achtzig Jahre alt geworden. Seine Ideen über Aufgabe und Sinn des Lebens haben ihn einen bedeutenden Einfluß auf viele jüdische Denker gewinnen lassen, seine Wirkung erstreckt sich außer auf Deutschland auch auf England, Skandinavien, Nordamerika und Japan. Der leitende Grundgedanke bei ihm ist die Annahme einer höheren Geisteswelt, die in unsere Wirklichkeit, in unser Fühlen und Denken hereinragt. Denn ohne ein höheres Geistesleben ist die menschliche Wirklichkeit völlig sinnlos, ein bloßes Getriebe egoistischer Individuen. Außerdem sind alle großen Leistungen immer nur aus dem Glauben an eine solche höhere Geistesweit entstanden. End gerade in und durch sittliches Handeln erheben wir uns zu jener Geisteswelt. Der Begriff des Sittlichen darf dar-

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