B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 2 (2.1926)
- Date
- 1926-02-01
- Page
- Seite 48 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Aus anderen Distrikten. Österreich. Br. Hofrat Prof. Frankfurter, dzt. Präsident der w. „Wahrheit", einer oer hervorragendsten Gelehrten Wiens, macht in den B'nai B'rith-Mitteilungen für Österreich die Brüder auf ein bedeutsames literarisches Unternehmen aufmerksam. Br. Hofrat Frankfurter hat sich in dieser Angelegenheit auch an uns gewendet und wir weisen gern auf eine Befürwortung hin, die von einer solchen Autorität ausgeht. Im Selbstverlag von S. W i n i n g e r (Czernowitz, Piata Decebal 4) ist der erste Band eines Nachschlage-Werkes ..Große jüdische National- Bi-ögraphie" erschienen. Mehr als achttausend Lebensbeschreibungen namhafter jüdischer Männer und Frauen aller Zeiten und Länder sollen hier in 5 Bänden gesammelt werden. Der erste Band (612 Seiten mit Namensregister und alphabetischem Stellennachweis) geht von „Abarbanel" bis ..Czernowitzer": er kostet broschiert 4-5 Doli., in Halbleder 5*50 Doli. Bei entsprechender Beteiligung können die weiteren Bände in Abständen von fünf zu fünf Monaten ausgegeben werden. Die Sammlung des Materials hat, der Vorrede nach, 18 Jahre gedauert. Hofrat Frankfurter schließt: „Es ist ein Naehschlagebuch. reich an Aufschluß und Belehrung. Es sollte verhütet werden, daß es infolge der mangelnden Teilnahme ein Torso bleiben müßte. Durch Nachträge und, wenn nötig, durch Ergänzungshefte wird es möglich sein, die Lücken zu ergän/.en und die Fehler zu verbessern." Deutschland. Der Geschäftsausschuß los Generalkomitees hat folgendes beschlossen: Zur Hebung ier Brüderlichkeit, ganz speziell aber, tun die Fühlungnahme der Logen unter einander anzuregen, wird angeordnet, daß die Reisekosten, welche den einzelnen Brüdern in Vertr-vang ihr'r Logen entstehen, aus dem Logen fond unterschiedslos und ohne Aufforderung zu vergüten sind. Jedem Bruder bleibt es überlassen, ob er den Beitrag einem der Fonds der Loge zuwenden will. Der mitteldeutsche Logenverband hat nach dem Bericht des Geschäftsausschusses folgenden Antrag gestellt: daß jeder neueintretende Bruder vor der Einführung zum regelmäßigen Besuch der Loge verpflichtet wird und daß der Bruder, der dieser Verpflichtung nicht nachkommt, ohne Einsetzung eines Ehrengerichtes durch Beschluß des Beamtenrates aus der Loge ausgeschlossen werden könne. Es war insbesondere unter den jüngeren Brüdern die Meinung vertreten, daß die Aufnahme in die Loge nicht nur eine gesellschaftliche Anerkennung darstellen dürfe, sondern daß sie die Mitarbeit eines jeden erfordere. Orient. Bekanntlich umfaßt die Tätigkeit des Rabbiners in der Türkei auch die Verwaltung der jüdischen Gemeinden. Die B'nai B'rith-Loge in Konstantinopel hat nun die jüdischen Gemeindevertreter anfangs Dezember einberufen und die im Hause des Oberrabbinats fortgesetzte Aussprache ergab eine Einigung in dem Sinne, daß „die Gemeindeorganisation den Gesetzen des Landes anzupassen sei" und daß somit die Verwaltung der Gemeinden einer weltlichen Organisation überantwortet werden solle. Der Präsident der Orient-Großloge Josef Niego schlug vor. daß vor Durchführung der Reform die Sanktion der Regierung erwirkt werden möge. Der Oberrabbiner erklärte, er wolle sich der Trennung der weltlichen von der religiösen Autorität nicht widersetzen, da eine solche Trennung im Einklang mit der demokratischen Umgestaltung des türkischen Staates stehe. Amerika. Die Dezembernummer des B'nai B'rith Magazine enthält die angekündigte Artikelserie über das orthodoxe Judentu m in Amerika. Peter Wiernik, Heraurgeber des Jewish Morning Journal, berichtet über die eigentümliche Lage, in der sich die aus ihrem religiös und sprachlich grundverschiedenen Milieu herausgerissenen QSt-