B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 2 (2.1926)
- Date
- 1926-02-01
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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26 Nach außen hinwäre der Kontakt mit den Friedensministerien •der anderen Staaten zu suchen. Die Abrüstungsfrage müßt« die Friedensministerien aller Staaten intensiv beschäftigen. Ebenso müßte diese Frage auch im Innern eines jeden Staates gründlichst behandelt werden. Die kulturellen Bestrebungen aller Nationen, aller Staaten wären zu fördern, es wäre dafür Sorge zu tragen, daß die des eigenen Staates im Auslande bekannt und verbreitet würden, und umgekehrt. Künstler- und Gelehrtenaustausch wäre zu fördern, die Friedensgesellschaften auch anderer Staaten wären zu unterstützen. Die Friedensminister müßten ihre Staaten im Völkerbunde vertreten können, oder es müßte eine andere; Form gefunden werden, die Völkerbund und Friedensministerien verbindet. Es müßte erwogen wTerdenob nicht ein Teil der Arbeiten der Außenministerien und der Ministerien des Innern in die Friedensministerien verlegt werden könnte. Dem Friedensminister müßte in jedem Staate zumindest derselbe Einfluß eingeräumt werden, wie dem Außen- und Kriegsminister. Es ist unmöglich, im Rahmen eines andeutenden Artikels ein ausführliches Arbeitsprogramm für zu schaffende Friedensministerien niederzulegen. Es wäre auch zu verfrüht, denn ich bin leider nicht die kompetente Stelle, die die Entscheidung zu treffen hat, aus meiner Idee, keine Utopie, kein Märchen zu machen. Die Idee ist durchführbar. Ihre Durchführung wäre ein Segen für die Menschheit. Und ich glaube, daß gerade in unserem Staate, in welchem ein Masaryk Präsident ist und ein Chelcicky gelebt hat. der aber, Gott .sei Dank, noch nicht ganz gestorben ist (erst vor kurzem wurde in Prag eine Chelöicky-Gesellschaft gegründet), der Versuch nicht unterlassen wrerden sollte, daß unser Orden diese Idee zu seiner eigenen mache, um diejenigen Kreise für diese Idee zu interessieren, die das entscheidende Wort zu reden haben. Und so wäre ich jetzt bei meiner zweiten Frage angelangt: Was könnte unser Orden tun. um mitzuhelfen, daß eine Institution geschaffen wird, die den Pazifismus von staatswegen fördert? Schon mit der bloßen Annahme dieser Idee würde der Orden wesentlich dazu beitragen, daß die vorgeschlagene Institution Aussicht hat, geschaffen zu werden. Hier scheint sich auch eine Möglichkeit zu eröffnen, daß der Orden mit Vereinigungen ähnlicher Tendenz und mit den bestehenden Friedensgesellschaften in Fühlung trete. So bin ich fest überzeugt, daß z. B. bei uns die Chelcicky-Gesellschaft sich für die Idee einsetzen würde. Ebenso meine ich, daß unsere den Logen angegliederten Frauen Vereinigungen hier ein reiches Feld der Betätigung finden könnten. Mir wäre im Interesse des Judentums und unseres Ordens ganz besonders daran gelegen, daß gerade wir mit diesem positiven Vorschlage zur Förderung des Pazifismus, des höchsten Ideales der Menschheit, auf den Plan treten.