B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 2 (2.1926)
- Date
- 1926-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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nai MONATSBLÄTTER DER GROSSLOGE FÜR DEN CECHOSLOVAKISCHEN STAAT X. I. O. B B AHRGANG V. NUMMER 2. FEBER 1926. Max Fis chl: Ein Friedensministerium, Zwei Fragen beschäftigen mich schon lange: Könnte nicht eine Institution geschaffen werden, die den P a z if i s m u s v o n Staats w e g e n fördert? Und ferner: Was könnte unser Orden tun. um bei der Lösung der ersten Frage mitzuhelfen? In jedem Staate gibt es eine Unmenge von Ministerien. Es gibt Finanz-, Handels-. Post-. Eisenbahn-. Arbeits-. Unterrichts-, Gesundheits- Ministerien, es gibt Ministerien des Innern und des Äußern, und vor allem überall Kriegsministerien, es gibt aber nirgends, in keinem Staate der Welt, ein Ministerium für Friedeiisangelegenheiten — ein F r i edensminister i u m. Die Schaffung eines Friedensministeriums würde eine ungeheuere Stärkung der pazifistischen'Idee bedeuten. Denn, wenn es um nichts anderes ginge, als Friedensministerien im Gegensatz zu den Kriegsministerien zu schlaffen, wäre schon sehr viel getan. Es geht aber um viel mehr. Die Friedensminis terien müßten gegründet werden, um Kriege zu verhindern, Frieden zu schaffen und Frieden zu erhalten. So wie das Kriegsministerium alles itut, um gegebenenfalls für ilvii Krieg vorbereitet zu sein, müßte das Friedensministerium alles tun, um zu verhindern, daß das Kriegsministerium je in Aktion tritt. Die Arbeiten, die in das Ressort des Friedensministeriums fallen würden, wären ungemein groß. Im eigenen Staate, besonders dort, wo mehrere Nationen in einem Staate zusammenleben, müßte das Friedensministerium daran arbeiten, die Nationen zu versöhnen, einander näherzubringen, Streitigkeiten zu schlichten. Im Friedensministerium müßte jeder in seiner Sprache selig werden können. Alle Friedensgesellschaften müßten gefördert, für deren Ausbreitung gesorgt werden. Das Friedensministerium müßte trachten, in der Schule Einfluß zu gewinnen, damit Ertüchtigung der Jugend nicht verwechselt werde mit militärischer Erziehung, und damit dort, wo die Jugend schon in der Schule zum Militär vorbereitet wird, eine pazifistische Vorbereitung und Erziehung die militärische ersetze,