B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 1 (1.1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 I Sam. 16. 12. ferner II Sam. 14, 25), so ist auch der blonde Typus den Juden nicht fremd. Gerade dort sind relativ viele außerordentlich große und blonde Männer anzutreffen, ganz anders als die meist brünetten, kleineren Juden in Nordafrika. Ihr Auftreten und Benehmen ist ruhig und würdevoll. Der schönste Bau des Ortes ist die neue Synagoge. Der ungefähr quadratische Hauptraum, auch unterirdisch gelegen, ist von einer flachen Kuppel mit Lichtöffnungen überwölbt, die scheinbar auf dem Erdboden ruht. Dadurch wird im Innern eine stimmungsvolle Beleuchtung hervorgerufen, wie denn überhaupt dieser Raum einen durch Proportionen feierlichen Eindruck macht. Der Rabbiner, ein schöner, stattlicher Mann, mit einem sehr feinen, ernsten, etwas an Herzl gemahnenden Kopf, bot sich selbst zum Führer an. Er zeigte die Thorarolle vor. die in einer Hülle aüs dünnem Leder, mit Gold- und Silberstickerei versehen, steckte; die Ara- Bücher und Die Genesis, deutsch von Martin Buber und Franz Rosenzweig. O'erlag Lambert Schneider, Berlin. In Pappband Mb.. 4.—.) Der erste Band eines großen literarischen Unternehmens, der Verdeutschung der ganzen Bibel, liegt nun vor. Das, was beinahe seit einem Jahrhundert den meisten Juden westeuropäischer Kultur den Weg zur Bibel verstellt hat, war die Angst vor einem Rückfall ins Naive. Selbst diejenigen, welche hebräisch lesen konnten, lasen sie, geistig ins Moderne übersetzt. Diese neue Uebersetzung von zwei der größten Sprachmeister ist sozusagen eine RückÜbertragung in den Geist des originalen Urwortes. Zwei mächtige Imtwicklungsreihen begegnen einander in diesem Werke: die Entwicklung der jüdischen Liebe über den verstandesmäßigen Sinn der Bibel hinaus zu dem Geist, aus dem sie verkündet ist und die Entwicklung der streng philologischen Treue zum Wort. Nicht Luther, nicht Mendelssohn haben so peinlich genau übersetzt und dabei gibt es kaum eine Stelle, an der nicht die besken der Stickerei waren von vollendet schöner Zeichnung. Was die gewerblichen Verhältnisse betrifft, so gibt es dort relativ viel jüdische Schmiede, da die Mohammedaner dieses Handwerk nicht ausüben. Das mag wohl daher kommen, daß die Arbeit eine gewisse Schnelligkeit und größere geistige Regsamkeit erfordert, Nun ist aber das intellektuelle Niveau bei den Juden dort entschieden höher als bei den Arabern, was wohl mit den besseren hygienischen und sittlichen Verhältnissen der Juden zusammenhängt. Aus dem gleichen Grunde mögen die Webereiprodukte der jüdischen Frauen des Garian ihren wohl berechtigten Ruf an der ganzen Küste haben. In den jüdischen Orten — schließt Brandenburg seinen Bericht — bin ich niemals angebettelt worden, habe dort nicht einmal die sonst in den kleinsten Dörfern des Orients üblichen, berufsmäßigen Bettler gesehen". Zeitschriften. Schauer der in unendlicher Ferne geahnten Schöpfung einen überkommen würden. Man wird nicht klein, wenn man diese Bibel liest: ihre Gestalten und Situationen sind nicht darum gewaltig, weil wir sie ans kindlicher Dimension schauen, sondern weil wir vor ihrer Ueber-Erhabenheit demütig werden. Und diese Demut ist Aufrichtung. F. T. Max Brod: Reubeni, Fürst der Juden. Kurt Wolff-Verlag, München. In diesem einen Werke sind zwei Weike enthalten: ein Renaissanceroman, der von dem politischen Mystiker David Reubeni erzählt, dessen Seele das jüdische Leid nicht ertrug und aus ihrer eigenen, am Messiasgedanken gewachsenen Kraft Palästina den Juden zurückgewinnen wollte; und — darin verwoben — das geniale Werk eines Gedankens: die Ethik des Bösen. Ich sage, der Gedanke sei ein eigenes Werk. Gewiß ist aus jedem Werke irgend ein Grundgedanke herauszufühlen, hier aber ist er etwas so stark Hervorbrechendes, nicht mit dem historischen Werke Beendetes, so Aufrüttelndes, auch wenn sich das Schick-