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B'nai B'rith · 1926-01-01 · 1 (1.1926) · p. Seite 18

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Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
1 (1.1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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IS gen und den politischen Kleinkampf im einzelnen zu besprechen. Der Wunsch, aus dem Magazine eine Werbeschrift zu machen, die vor der breiten Öffentlichkeit auf hervorragende jüdische Leistungen hinweisen soll, hat zu einer reichen Ausgestaltung des belletristischen Teiles des Magazins geführt. Br. H. Hermann würdigt den Ghettoträumer — ein Wort Zangwillscher Prägung — und genialen Begründer des völkerverbindenden Esperanto Dr. Ludwig L. Z a m en ho f. Dr. Josef Zolin, der seine Tätigkeit aus Deutschland nach Amerika verleert hat, schreibt Essais über die jüdischen Künstler Lilien und Uriel Birnbaum, denen reiches Bildermaterial beigegeben ist. Die Rubriken Bücherbesprechungen, Anregungen für Logenverträge, usw., ergänzen in gewohnter Weise den Inhalt der Hefte, Bilder vom Tage sorgen für Aktualität. Dr. Strarisky, Praga. UMSCHAU. Von der jüdischen Fürsorgezentrale. | Am 13. Dezember v. J. fand über Anregung der J.F.S.Z. in Bodenbach eine Beratung mit der Hauptstelle für Wandererfürsorge und Arbeitsnachweise in Berlin statt. Die reichsdeutsche Stelle hatte drei Vertreter entsandt. Die J.F.S.Z. war durch den Obmann und Sekretär, ferner durch Br. Oberinspektor S 1 on i t z und Herrn Dr. S. Lieben vertreten, der Verband der Kultusgemeinden durch den Präsidenten Dr. K a n t o r, ferner nahmen teil Br. Expr. Dr. P o 1 a c e k für die Kultusgemeinde in Teplitz-Schönau. sowie Vertreter der Kultusgemeinden in Aussig und Bodenbach. Die Hauptstelle für Wandererfürsorge ist ein Exponent der reichsdeutschen sozialen Spitzenorganisationen, zu denen auch die deutsche Großloge B'nai B'rith zählt. Sie besteht erst seit einem Jahre, ist jedoch infolge werktätiger Unterstützung der Organisationen und jüdischer Gemeinden mit ihren Arbeiten weit fortgeschritten. Nach Darlegung der Ziele und Arbeitsmethode von deutscher und cechoslovakischer Seite wurde festgestellt, daß dieselben sich im Wesen decken. Beiderseits wurde betont, daß die Grundpfeiler die Gemeinden bilden müßten, denen in erster Reihe die moralische und materielle Stützung der Wanderfürsorge obliege. Ihre Pflicht sei es, ihrerseits auf die Gemeindemitglieder aufklärend und erziehend einzuwirken. Nach längerer Beratung wurden einheitliche Richtlinien für die Behandlung der Durchwanderer und ein regelmäßiger Austausch von Listen beschlossen, in denen insbesondere vor zweifelhaften Existenzen gewarnt werden soll. Die jüdische Fürsorgezentrale wird bemüht sein, den inneren Ausbau der Fürsorge für die Durchwauderer dem deutschen Muster anzupassen, was um so mehr Erfolg verspricht, als der Präsident des jüdischen Gemeindeverbandes, Dr. Kantor die uneingeschränkte Unterstützung dieses Verbandes, Dr. K a n t o r, die uneingeschränkte Unterstützung dieses Verbandes in Aussicht gestellt hat. Um das Arrangement der Konferenz hat sich Br. P ä c h t e r aus Bodenbach besonders verdient gemacht. Die Juden in Italien. In seiner Nummer vom 25. Dezember v. J. bringt der „Jewish Guardian" einen Artikel über den Anteil der Juden an den politischen Parteien Italiens. Obwohl die jüdische Bevölkerung Italiens kaum 50.000 Seelen beträgt ist die Zahl der Juden in hohen Ämtern und im öffentlichen Leben, besonders in der fascistischen Partei ungewöhnlich groß. Dabei sind es .luden, die ihr Judentum durchaus nicht verleugnen. Frau Margherita S o r f a 11 i, die Biographin Mussolinis, die in ganz Italien wegen ihres literarischen Talentes bewundert wird, ist eine reformierte Jüdin. Sie ist die vertraute Freundin Mussolinis, auf den sie einen bedeutenden Einfluß haben soll. Der Innenminister F i n z i, „der starke Mann in der Kammer", ist Jude und überall als solcher bekannt und geehrt. Innerhalb der letzten Jahre hat Italien zwei jüdische Ministerpräsidenten gehabt. L u z z a 11 i und S o n n i n o.

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