B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 1 (1.1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 einige Aufnahmen jüdischer Siedler in der Ukrairia werden reproduziert. Bekanntlich sind auch nach dem Kongresse die Bedenken in der amerikanischen und europäischen Tresse nicht verstummt, so hat z. B. der American Jewisli Oongress, wie im Novemberhefte mitgeteilt wird, ein genaues Budget der Overseas Chest und einen Verwendungsnachweis für die durch die Sammlung aufgebrachten Mittel gefordert. Seitdem ist bekanntlich die Einigung im amerikanischen Judentum noch weiter fortgeschritten. Die beiden Gruppen (die für den Aufbau Palästinas und die für die Kolonisierung Rußlands eintretenden) kamen in der Konferenz von Baltimore rlS). November) überein, daß Palästina die Vorzugsstellung eingeräumt werde. Der h. w. Ordenspräsident Alfred M. Collen begrüßte die Konferenz namens unseres Ordens als eine Zusammenfassung aller lebendigen jüdischen Kräfte für ein erhabenes Ziel. „Durch die Annahme der Einladung", sagte der h. w. Ordenspräsident, ..wollte ich meine Zustimmung zu Ihrem grandiosen Plane, eine vereinigte Front aller, die für den Aufbau von Erez Israel Sinn. Herz und Verständnis haben, bekunden." Das Novemberheft des B'nai B'rith- Magazine befaßt sich im Hauptteile mit dem 50jährigen Jubiläum des Uebrew Union College in Cincinnati, das im Jahre 1875 nach langjährigen vergeblichen Bemühungen von Rabbi Isaac M. Wise, dem Vorkämpfer der Reformbewegung in der amerikanischen Judenschaft und nachmaligen Großpräsidenten des zweiten Distriktes unseres Ordens ins Leben gerufen wurde. Die von Br. Wise gegründete Anstalt verfolgte das Ziel, einen Nachwuchs modern denkender, von Verständnis für die spezifisch amerikanischen Bedürfnisse erfüllter Rabbiner zu erzielen. Aus der Anstalt in Cincinnati ist der Typus jener Rabbiner hervorgegangen, die mitten im Leben stehend alle Fragen sozialer Fürsorge ihrer Gemeinden bei sich konzentrieren, die event. im selbstgelenkten Auto vor ihrer Synagoge vorfahren, bei Lohnstreitigkeiten von den Parteien als Schiedsrichter angerufen werden und in dem jetzt in Amerika geführten Abwehrkampfe als streitbare Journalisten und Polemiker eingreifen. Typen wie Br. Louis J. Newman, der die Führung im Kampfe gegen die Miller Bill übernahm, jenen Versuch, den Religionsunterricht zwangsweise in den weltlichen Schulen einzuführen, oder wie Rabbi Lee J. Levinger. dessen Buch ,.Der Antisemitismus in den Vereinigten Staaten, seine Geschichte und seine Ursachen" im Büchereinlauf des Magazins besprochen wird, in einem interessanten Artikel ..Das Drama eines modernen Propheten" betitelt, schildert Br. Alfred Segal den Leidensweg des Gründers der Anstalt, der seinerzeit von den erzürnten Orthodoxen exkommuniziert und dessen Andenken heute von Tausenden und aber Tausenden verehrt wird. Zwischen strengster Orthodoxie und jenen ultra-reformieiten Juden, die ihren Gottesdienst am Sonntag vormittags in englischer Sprache unbedeckten Hauptes abhalten, gibt es auch heute noch zahlreiche Nuancen, und es ist überraschend zu erfahren, daß die reformierte Richtung in letzter Zeit in die Minderheit gedrängt wurde. Während im Novemberhefte diese Richtung zum Worte gelangt, soll in der Dezembernummer dem orthodoxen Judentum das Wort erteilt werden. Von sozialen Leistungen der Logen verdient eine Aktion besonders hervorgehoben zu werden, die von dem Sozialen Komitee der Großloge des zweiten Distriktes ausgeht. Es ist dies die Fürsorge für jüdische Sträflinge, deren Zahl ja an sich erfreulich gering ist (in Ohio z. B. sind von 5000 Sträflingen 125 Juden), die aber dennoch in ihrer Gesamtzahl eine eigene Aktion als notwendig erscheinen lassen. Die Fürsorge während der Haftzeit erstreckt sich auf den Gottesdienst und seelische Einflußnahme, nach verbüßter Strafe soll versucht werden, die Betreuten auf den rechten Weg zurück zulenken. Br. Jack Meyer befürwortet die Teilnahme des B. B. an dem National Intra Walls Institute, einer Erziehungs-Organisation für Sträflinge ohne Unterschied des Glaubens, ferner tätigen Anteil an jeder Art von Jugendfürsorge. Mit dem Spezialproblem jüdischer Erziehung in New York befaßt sich Br. Samuel Newberger, der die Zahl der New Yorker Juden mit ein einhalb Millionen beziffert. Es würde zu weit führen, die philanthropischen Leistungen der Lo-