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B'nai B'rith · 1926-01-01 · 1 (1.1926) · p. Seite 13

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Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
1 (1.1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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und die Herkunft der Kandidaten sehen, müßte ..exklusiv" im schlechtesten Sinne des Wortes sein. Spärlich ist die Zahl der Brüder, die im Orden eine gesellige S a c h e im vulgären Sinne sehen, zu spärlich geradezu. Um diesem Postulate gerecht zu werden, müßte man Menschen suchen, die heute im Aussterben sind. Menschen von heiterer Gemütsart, lebens- und geselligkeitsfrohe Menschen, denen Gemütlichkeit Heizensbedürfnis ist und die gewillt sind, solche zu verbreiten. Man müßte diese in dem Stamme der Phäaken suchen, aber wo gibt es leider heutzutage noch solche? Der Orden ist eine brüderliche Vereinigung nach der Meinung sehr vieler von uns und ein besonderes Gewicht muß auf die Pflege und Durchbildung der Brüderlichkeit gelegt werden. Wer dieser Meinung ist. weiß, daß, wenn Brüderlichkeit kein ganz inhalts- und seelenloses Wort sein soll, das wichtigste Erfordernis eine entsprechende persönliche Sympathie unter uns zu sein hat. Es soll gewiß nicht heißen, daß ideal-brüderliche Gefühle, die es ja überhaupt auch unter leiblichen Brüdern kaum gibt, die herrschende Note sein müssen. Es sollen, um dieser Forderung gerecht zu werden, überhaupt nur Menschen aufgenommen werden, die allen Brüdern nicht nur bekannt, sondern auch persönlich sympathisch sind, denn es würde Vergeudung unserer seelischen und emotionellen Kräfte bedeuten, wollte man an von vorneherein unsympathische Menschen Gefühle verschwenden, die sie nicht erwidern können und wollen. Sympathie ist aber ein durch keinerlei Verstandeskräfte zu dirigierendes, durchaus unkontrollierbares, ja nicht einmal definierbares Gefühl, es ist ein reiner Zufallstreffer im 13 geselligen Leben des Menschen, kann weder erzeugt noch vernichtet werden. Ein Scheusal vom Range Haarmanns hat auf alle Prozeßbeteiligten einen durchaus sympathischen Eindruck gemacht und manche Prototype von geistig und seelisch hochstehenden Menschen, von Dichtern und Künstlern, die „auf der Menschheit Höhen" wandeln, sind allen bis ins Tiefste tinsympathisch. Wenn man aber die Erfahrung gemacht hat, daß sympathische Menschen in einer Loge ein unvergleichliches Bindemittel sind, wird man mit aller Kraft nach solchen suchen müssen. Hält man an dem Gedanken fest, daß das Wesentlichste des Ordens in seinen ordensmäßigen Qualitäten liegt, indem man ihn m. E. unberechtigterweise in Vergleich mit geistlichen Orden setzt, so muß das Hauptstreben bei der Aufnahme von neuen Mitgliedern sein, subordinationsfähige, disziplinierbare Menschen zu finden, die die Stellung eines „Dieners am Licht" mit innerer Freude und Befriedigung einzunehmen bereit sind. Wollten wir nun in Anerkennung dieser so verschiedenartigen Betrachtungsweisen an das praktische Problem herantreten, stellen wir die strikte Frage: Welches sind die Grundsätze bei der Aufnahme neuer Mitglieder, so sehen wir schon jetzt, daß das Problem eigentlich kaum lösbar ist. Es gibt ganz einfach keinen Menschen, der alle die Tugenden hätte, die ihn zur Durchführung aller unserer Forderungen befähigen würden. Es ist dies aber glücklicherweise auch nicht notwendig, denn die wunderbaren Gesetze der Harmonie existieren auch im Leben des einzelnen Menschen. Auf diese Harmonie aber kommt es letzten Endes an. Wird uns also die Frage vorgelegt, ob dieser oder

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