B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 9 (11.1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- Seite 234 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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234 Den stimmungsvollen Akkord für alle Verhandlungen im Bereiche der deutschen Großloge schafft der Prachtbau der Berliner Logen, der in allen seinen Einzelheiten ein stolzes Kulturdokument darstellt. Die Verhandlungen selbst trugen rein geschäftlichen Charakter, sie waren, was nicht unerwähnt bleiben möge, losgelöst von jener Formalität, die oft störend und schleppend auf den Verhandlungsgang einwirkt. Verschiedenartig mag in diesen Richtungen das absolute Rauchverbot beurteilt werden, das aber für eine neun Stunden tagende Versammlung als ein wertvoller Präzedenzfall festgehalten sei. Nicht ohne Bedeutung für die Form und für die .Schnelligkeit der Abwickelung mag auch das Weglassen aller Titel sein, was ebenfalls zur Darnachrichtung hier registriert werden möge. Über die Tagung selbst, die von sechzig Delegierten der deutschen Logen besucht war, wurde von der Sekretärin der Großloge, welche den ganzen Verhandlungen beiwohnte, das stenographische Protokoll aufgenommen. Die Tage sor lnnng enthielt nur vier Punkte und es war daher ein derart kurzes Programm für die Möglichkeit einer eingehenden Aussprache von grundlegender Bedeutung. Für uns ist von besonderem Interesse der Punkt 1, der Bericht des Großpräsidenten, und Punkt 3. der Antrag der deutschen Reichsloge auf Schaffung einer Karenzzeit für Ausübung des Stimmrechtes. Punkt 2. Finanzbericht, und Punkt 4, Krankenschwesternorganisationen, beziehen sich mehr auf rein innere Angelegenheiten der deutschen Großlog e. Der Bericht des s. w. Großpräsidenten. Br. Dr. B a e c k, bezog sich im Wesentlichen auf seinen Besuch in Amerika und auf seine Teilnahme an der Tagung der Konventions-Großloge in Atkintic-C'ity. Es waren wohl persönliche Eindrücke, die Br. Großpräsident hier im Rahmen eines, man kann wohl sagen exklusiven, geschlossenen Kreises wiedergab, ihr Inhalt aber berührte die wichtigsten und bedeutungsvollsten Fragen, die unser Ordensleben, seine Grundorganisation, vor allem seine Zukunft betreffen. Einzelheiten dieser Ausführungen hier wiederzugeben ist nicht möglich, doch sei nur so viel erwähnt, daß sich in diesen Ausführungen die hohe Auffassung ausprägte, die Br. Großpräsident als Vertreter des deutschen Distriktes nicht nur als selbstverständlich vertrat, sondern auch als selbstverständlich vom ganzen Orden forderte, die. man kann wohl sagen, schon zum Gemeinplatz gewordene Forderung vom Geiste, der sich den Körper baut, zeigt sich doch immer wieder. Es zeigt sich aber auch immer wieder, daß die Forderung nach wie vor auf der Tagesordnung unseres Ordens bleiben muß und aller Not zum Trotz niemals gegenüber den materiellen Forderungen im Hintergrunde bleiben darf, denn sonst laufen die Organisationen doch Gefahr, an Stelle einer materiellen Not. eine geistige Not zu erleben, oder, was naturgemäß das Gefährlichste wäre, die geistige Not neben der andern. Referent hätte gewünscht, daß der Saal, in dem Br. Großpräsident seinen Bericht erstattete, alle Brüder unseres Ordens hätte fassen können und daß dieser Bericht nicht nur gehört, sondern auch allgemein erhört worden wäre. Zum 3. Punkte der Tagesordnung betr. den Antrag der deutschen Reichsloge auf Schaffung eine Karenzzeit für Ausübung des Stimm-