B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 8 (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 227 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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227 Siedlung von weiteren 25.000 Familien bis Ende 1927 und will zu diesem Zwecke binnen drei Jahren den Betrag von 15 Millionen Dollar aufbringen. David A. Brown berichtet, daß nicht weniger als 245.000 Familien bei der Sowjet-Regierung um Zuweisung von Land angesucht haben, eine Zahl, die für den Heißhunger der russischen Juden nach der Scholle eine beredte Sprache spricht. Es ist bekannt, daß dieses Projekt von den Zionisten bekämpft wird, die in der jüdischen Kolonisierung Südrußlands etne Gefahr für das Palästinaaufbauwerk erblicken. Der Joint hat die vorgebrachten Argumente teilweise gewürdigt und die Zusicherung gegeben, auch an dem Palästinawerk tatkräftig mitzuarbeiten. Der Verfasser des Artikels über die russische Siedelungsaktion unterläßt es nicht, auf die furchtbare Gefahr hinzuweisen, die diesen Kolonisten aus einem ev. Zusammenbruche der Sowjets erwachsen könnte. — In Liquidation begriffen ist die Aktion für die Kriegswaisenkinder. Die Unterstützung derselben war von Anfang an bis zum erreichten 14. Lebensjahre in Aussicht genommen. Derzeit ist die Zahl der betreuten Waisenkinder bereits auf 360 gesunken. — Leider muß ein großer Teil der Arbeitskraft auf die Abwehr des vor dem Kriege in Amerika unbekannten Antisemitismus verwendet werden. Diesem Zwecke dienen statistische Nachweise darüber, daß die Anzahl der jüdischen Frontsoldaten größer war, als dem Prozentsatze der jüdischen Bevölkerung entsprechen würde, ferner wird nachgewiesen, daß die Anzahl jüdischer Verbrecher, auch jugendlicher, weit geringer ist als die der christlichen, dies als Illustration zu der Frage, ob der Jude als Einwanderer tatsächlich unerwünscht ist. Überhaupt trachtet der Orden, in der Einwandererfrage die Härten der Immigration Bill, soweit es das Gesetz zuläßt, zu mildern. — Interessant sind die Nachrichten über die Stiftung, die Mr. Bernard Baruch für die beste Lösung der Frage gewidmet hat. ob Kriegsprofite der Industrie ein Grund zum Kriege sein und wie solche Profite verhindert werden können, falls diese Annahme zutrifft. Mr. Baruch war während des Krieges Obmann des War Industries Board und hat für die Rohstoffversorgung Amerikas ähnliches geleistet, wie Walter Rathenau für Deutschland. Der Betrag, den er zum Studium dieser Frage an der John Hopkins-Universität in Aussicht nimmt, beträgt nicht weniger als 250.000 Dollar. — Aus dem weiteren Inhalt der Hefte erwähnen wilden Artikel von Israel Cohen „Zwischenspiel in Smyrna", worin er eine packende Momentaufnahme von dem Leben der Juden in der neuen nationalistischen Türkei gibt, ferner die Artikel von David Goitein „Palästinaeindrücke eines Nichtzionisten". sowie die Artikel über die Araber von dem gleichen Autor und über Moses' Grab von G. Dagan, in denen arabisches Volksleben in Palästina geschildert wird. Dr. Stransky („Praga"). Hamenora. (Nr. 7.) Das Septemberheft der Zeitschrift des XL Distriktes bringt 21 verschiedene Aufsätze. Eingeleitet ist es mit einer Würdigung der Bedeutung des Monates Tischri und der Ankündigung der Prager Konferenzen. In Fortsetzung seines Artikels im Julihefte bespricht Großsekretär Dr. Behar seine Eindrücke von der Konventionsgroßloge in Atlantic City. Er schildert hierin die Bedeutung des Ordens B'nai B'rith, bringt im Auszuge den Bericht des Ordenspräsidenten Adolf Kraus, die Ansprachen der beiden europäischen Delegierten, des Großpräsidenten Dr. Baeck und seine eigene, die Rede des Br. Rabbiner Stephen Whise und eine Charakteristik des scheidenden und neuen Ordenspräsidenten, endlich die Botschaft des letzteren. Der Artikel ist mit Photographien der Ordenspräsidenten Adolf Kraus und Alfred M. Cohen, des gewesenen Ordenssekretärs Leon L. Lewis und der Mitglieder des Exekutivkomitees Sigmund Livingston, des gewesenen amerikanischen Gesandten Br. J. Elkus sowie dessen Gemahlin, einer hervorragenden sozialen Arbeiterin, geschmückt. Ein weiterer Artikel desselben Verfassers wirft interessante Streiflichter auf das Verhältnis des Präsidenten Coolidge zum Orden B'nai B'rith. John W. Herring schreibt über das Vorurteil gegen die Juden, Jakob Laxdon bespricht das Wesen und die Bedeutung: der ..Jewish Telegrafic Agency". Hieran schließen sich Berichte der Distrikts-