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B'nai B'rith · 1925-09-01 · 7 (9.1925) · p. Seite 204

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
7 (9.1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 204 (sequence 12)
Language
German
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204 Adolf Kraus: Erinnerungen und Denkwürdigkeiten. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Br. Dr. Karl Stransky <Praga). (Fortsetzung.) Der Hauswirt: „Er sagt, er ist aus Böhmen, glaubst du, daß das wahr ist?" Der Schwager: „Das kann ich nicht sagen, aber er schaut so aus.1' Der Hauswirt: „John, wo ist eigentlich Böhmen?" John: „Der Teufel soll mich holen, wenn ich eine Ahnung habe." Am Abend sagte der Hauswirt zu mir: „Mein Schwager und ich sind die Schulvorsteher in unserem Distrikt. Der Lehrer hat gekündigt und wir suchen einen Ersatz. Wollen Sie das Geschäft übernehmen?" Ich sagte ihm. ich sei nicht geeignet für einen Lehrerposten. Er erwiderte: „Wir glauben, Sie können genug für einen Lehrer in unserem Distrikt." Trotzdem lehnte ich das Anerbieten ab. In der Nähe von Eufaula, Alabama, hatte der Pflanzer, bei dem ich über Nacht blieb, zwei Töchter. Eine ungefähr 16, die andere ungefähr 18 Jahre alt, und einen Sohn im Alter von ungefähr 12 Jahren. Ich tat mein Bestes bei der Vorführung meiner Kunststücke. Am nächsten Morgen nahm ich nach dem Frühstück von der Familie Abschied und ging in die Scheune, um mein Pferd zu holen. Der Bub war mir nachgegangen und fragte mich, ob ich durch ein Schlüsselloch schlüpfen könnte. Ich entgegnete, sowas bringt niemand fertig. Da sagte der Bub: „Well, meine Schwestern glauben, Sie können das. Sie haben in der Nacht die Schlüssellöcher mit Baumwolle verstopft, damit Sie nicht herein können." In den Südstaaten herrschte damals gegen den Norden noch eine äußerst feindselige Stimmung. Ich sollte bald diese Erfahrung machen. Eines Abends stieg ich in einer kleinen Stadt in einem Gasthause ab, wo ein halbes Dutzend Männer am Herdfeuer saßen, miteinander plauderten und Tabak kauten. Da sie mich als Fremden erkannten, wandte sich einer zu mir und fragte mich, woher ich komme. Ich antwortete: ..Cleveland, Ohio." Der Mann sprang auf, zöge sein Dolchmesser und rief: ..Du verdammter Yankee — —"'Rasch sprang der Gastwirt zwischen uns. schob mich aus der Stube heraus und sagte: „Setzen Sie sich schnell auf Ihr Pferd und schauen Sie, daß Sie aus der Stadt herauskommen; Sie sind hier nicht sicher." Wer aus der Gegend nördlich vom Mason und Dixon dorthin kam. der galt als Yankee. Als ich das nächste Mal gefragt wurde, woher ich komme, sagte ich „Louisville Kentucky", und als man mich weiter fragte, bei welcher Partei ich den Krieg mitgemacht habe, antwortete ich: ..Während des Krieges war ich in Europa und war erst 14 Jahre alt. als der Krieg zu Emde war." Als ich ein paar Tage in Atlanta gewesen war und dann später gefragt wurde, woher ich kommen, sagte ich ..von Atlanta". Diese Antwort stellte alle zufrieden. Oft stellte man an mich im Süden die Frage, wer nach meiner Meinung in den beiden Armeen der beste General war, und um sicher zu gehen, antwortete ich unfehlbar: ..General Lee."

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