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B'nai B'rith · 1925-09-01 · 7 (9.1925) · p. Seite 200

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
7 (9.1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 200 (sequence 8)
Language
German
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200 Bezeichnung einer Saxifrage (saxifraga sarmentosa), die durch lange, rotbehaarte Blätter charakterisiert ist. Auch die Bezeichnung des Judenaffen (auch Satansaffe, Pithecia Satanas) ist auf dessen runden Kopf zurückzuführen, auf dem eine Art Mütze sitzt, und der mit einem schwarzen Bart umrahmt ist. Schließlich ist noch der Judenbusch (engl. Jew-bush), eine Bezeichnung für die Euphorbiacee Pedilanthus, hier einzureihen. Auch der Mauerpfeffer (Sedum) führt einen solchen Juden-Namen; denn „andere nennen ihn der Gestalt nach J u d e n t r e u b e'l" (Bock, Kreuterb. 1546). Handelt es sich bei den Namen der eben abgehandelten 2. Gruppe um Ähnlichkeitsbezeichnungen mit anatomischen, bezw. physiognomischen Merkmalen, so können wir in eine 3. Gruppe Juden-Namen zusammenfassen, die ihren Ursprung ihrer Ähnlichkeit mit solchen Gegenständen verdanken, wie wir sie in der 4. Gruppe der I. Abteilung kennen gelernt haben. Es sind dies vorwiegend die den Juden meist aufgezwungenen Unterscheidungszeichen gegenüber ihrer nichtjüdischen Umgebung. Hierher gehört vor allem der Judenhut, den wir in der I. Abteilung bereits kennen gelernt haben, der, wie wir gesehen haben, auch in Münzen (Judengroschen) zum Ausdrucke kommt und der offenbar den Vorstellungskreis der damaligen Bevölkerung derart beherrschte, daß zahlreiche Gegenstände, die eine mehr oder minder deutliche Ähnlichkeit mit dem Judenhute hatten, volkstümlich auch diesen Namen erhielten. Die Judenkirschen (auch Judenkerschen, Judenhütchen, Judendocke, Judendöcklein, Judenhütlein, Judendeckel genannt), sind die volkstümlichen Bezeichnungen für die Baccae Alkekengi, die auch lateinisch Testiculi Judaeorum, Cerasi Judaeorum und französisch Cerises de Juif genannt wurden. Der Name Judenkersen findet sich im Jahre 1440 im Liber synon. In den verschiedenen einschlägigen Literaturwerken finden sich für diese eine Pflanze 15 deutsche, 60 lateinische und noch viele fremdsprachliche Namen. Der Baum selbst heißt „Judenkirschbaum". Die Judenkirsche wurde auch so genannt, „weil sie einem Kopfe mit einem roten Schleier gleicht, dergleichen ehedem die Jüdinnen tragen mußten." In einigen Gegenden wird auch die Kornelkirsche (Cornus mas) als Judenkirsche bezeichnet, Der Judenhut selbst fand als Ähnlichkeitsbezeichnung Übertragung im figürlichen Sinne auf das Springkraut (Impatiens noli nie tangere), und auch der Judenpilz, ein fahler Pilz mit dünnem Stiel, führt diese Bezeichnung, „weil dessen Haut dem ehemaligen spitzen Hute der Juden gleicht". In diese Gruppe von Juden-Namen gehört auch der Judenfisch (französ.: Poisson Juif), eine .zweite Bezeichnimg des Hammerfisches. Er verdankt diesen Namen der Ähnlichkeit seines Kopfes mit dem ehemaligen Kopfschmucke der Juden, wie er seinerzeit in der Provence getragen wurde. Der 4. Gruppe gehören Juden-Namen an, die der volkstümlichen Bezeichnung solcher Pflanzen dienten, die vorwiegend von Juden gegessen oder von ihnen verwendet wurde. So Judenspeise für Zwiebel und Knoblauch und Topinambur (Judenkartoffel), sowie Judenapfel für die Zitronenfrucht, auch Zitronenäpfel (Citria mala). Sie wurden „judenöpffel genandt, denn bey den juden muss ein

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