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B'nai B'rith · 1925-09-01 · 7 (9.1925) · p. Seite 199

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
7 (9.1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 199 (sequence 7)
Language
German
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^mm 199 der Judas-Namen unter die Juden-Namen geschieht hier aus dem Grunde, weil, wie wir noch sehen werden, statt „Judas-Namen" vielfach dann im übertragenen Sinne auch ,.Juden-Namen" gebraucht werden. Diese sechs Gruppen, die wir hier behandelt haben, bilden eine Abteilung für sich. Sie gehören streng genommen nicht zu unserem Thema, weil es sich ja hier nicht um jene naturgeschichtlichen Namen handelt, die Gegenstand dieser Studie sein sollen. Es erschien jedoch notwendig, vorerst auch diese Namen in Gruppen zusammenzufassen, weil sie vielfach auch dem Verständnisse der folgenden zweiten A b t e i 1 u n g dienen. Auch in dieser II. Abteilung wollen wir in ähnlicher Weise, wie in der ersten, gleichartige Namen in entsprechende Gruppen zusammenfassen. Vorerst bilden eine 1. Gruppe ebenso wie in der ersten Abteilung jene Juden-Namen, die nichts mit Juden zu tun haben, sondern ebenfalls volksethymologischer Umstellung ihre Bezeichnung verdanken. Dies gilt zunächst von der sogenannten Judenpappel (Corchorus japonicus). Es ist dies jener Baum, der die Jutefaser liefert und daher als Jutenpappel bezeichnet wurde, aus welchem Namen dann volksethymologisch die „Judenpappel" wurde. Ganz das gleiche gilt vom J u d h a n f (auch Bengalhanf, Indian-grass genannt), welcher Name aus „Jutehanf" entstanden ist. Auch die Judenrute (Herba Spartii), die Binsenblume, ist die Bezeichnung einer Pflanze, die zu Stricken verwendet wurde, so daß wohl die Namensübertragung von Strick, zu Hanf-Jute, zu Jutenrute, dann zu Judenrute erfolgt sein dürfte. Ein interessantes Beispiel dieser Art, das gleichfalls in die erste Gruppe gehört, ist das Judengold (Zinndisulfid), das in goldgelben Kristallblättchen aus Zinnchloriddampf und Schwefelwasserstoff bei Rotglut entsteht. Es führt auch den Namen Musivgold, musaisch Gold, Aurum musivum und Aurum musaicum. Musiv oder musivisch heißt „zur Musivarbeit verwendbar". Musivarbeit ist die bekannte Einlegearbeit, die auch als Mosaikarbeit bezeichnet wird. Ein solches m u - s ai s c Ii c s Werk wurde 1664 bei Duez als Mosaisches Werk bezeichnet. So dürfte der Name musaisch über mosaisch in jüdisch und dann Musaisch Gold in Jüdisch Gold und schließlich in „Judengold" übergegangen sein. In die 2. Gruppe von Juden-Namen gehören jene Bezeichnungen naturgeschichtlicher Objekte, für die die Ähnlichkeitsbezeichnung auf Grund assoziativer Verkettung mit solchen Gegenständen gegeben schien, die für Juden charakteristisch angesehen wurden. Dies gilt vom Gesitditsausdrucke, der sogenannten Physiognomie, dem Bart, der Nase u. ä. So ist Judenkraut der volkstümliche Name für Schafgäbe .(Achillea Millefolii), bei der die Form der Blätter an den Bart erinnert. Auch Artemisiiarten von ähnlichem Aussehen werden als Juden kraut (Herba Judae) bezeichnet. Anderseits führt die Galeopsis den Namen Herbe judaique, deutsch: Judaskraut und dann auch im übertragenen Sinne: Judenkraut. Judenbart (englisch Jewish beard Wanderring Jew sailor plant) ist eine volkstümliche

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