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B'nai B'rith · 1925-09-01 · 7 (9.1925) · p. Seite 195

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
7 (9.1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 195 (sequence 3)
Language
German
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195 punkte der Namengebung die Sprache ein besonderes Merkmal gegenüber der allgemeinen Umgebung gewesen sein dürfte. Diese Beispiele ließen sich natürlich zu Hunderten vermehren; sie alle bleiben aber vielfach nur Vermutung, denn sie könnten sich allenfalls auf die ersten Träger des oetr. Namens bezogen haben und es erscheint ohne weiteres begreiflich, daß hier die Namensbezeichnung jede Bedeutung eines Charakteristikums verliert, je weiter in der Deszendenz eben diese Eigenschaften, die die Ursache der Namensgebung waren, Veränderungen erfahren. So wird eben dann der Name nur ein notwendiges Unterscheidungszeichen, dem weiter keine Charakteristik für seinen Träger unterzuschieben ist. Es kann allenfalls noch in einem bestimmten Zeitabschnitte vorkommen, daß ein sich in diesem Zeitabschnitte besonders häufender Name ein Erinnerungsmerkmal für diesen Zeitabschnitt, bezw. den Ausdruck besonderer Verehrung bedeutet und nur so werden wir die Häufung des Namens „Alexander" auch bei Juden im 4. Jahrhundert vor Christi Geburt, der Namen „Wilhelm", ..Franz Joseph" bei den im Jahre 1914 geborenen Kindern verstehen können, wie anderseits der Name „Thomas" im Jahre 1918 dem Statistiker öfter begegnen wird als früher. Wir sehen so, daß wohl der Familien n a m e. dem bei der Verleihung ein Sinn innewohnen konnte, meistens sein Charakteristisches bald verlieren kann. Anders liegen diese Verhältnisse bei den Vornamen, die für das Individuum oft die Bedeutung des Ausdrucks einer Verehrung darstellen, die allerdings nicht immer durch das ganze Leben hindurch vom Träger selbst mit gleichem Gefühle empfunden wird. Schließlich entspricht der Vorname nur mehr einem Wunsche, der von Eltern und Freunden bei der Geburt geäußert wird, und er soll als Wunsch gewissermaßen dem Neugeborenen wie eine Anrufung des Schicksals mit auf den Lebensweg gegeben werden. So dürfte auch die relative Häufung des Vornamens „Friedrich" in den Familien Schiller und des „Richard" in den Wagner-Familien zu verstehen sein. Nur so viel sei über Namenswahl im allgemeinen als Voraussetzung für unsere Namenstudie hier gesagt. Ganz allgemein ist die Namenforschung bei Sachnamen ebenso schwierig wie die bei Personen-, Familien-, Völkernamen usw.; denn die Namenforschung fällt hier wie dort vielfach mit der Sprachforschung zusammen und erfordert weitgehende fachliche Kenntnisse auf diesem Gebiete, sowie auf dem Gebiete der Folklore, der Volkskunde. Einfacher ist dagegen die Erklärung jener Namen, die Ähnlichk e i t s b e g r i f f e darstellen und deren Beziehung zu ähnlich gestalteten und gleichbenannten Gegenständen ohne weiteres auffällig ist. Gerade auf dem hier zu behandelnden Gebiete spielt eine solche Analogie-Bezeichnung eine große Rolle und gerade hierin unterscheidet sich der Sinn der Namengebung wesentlich von der persönlichen, weil hier bei Sachbegriffen doch die Art gleichbleibend ist und die Beziehung von Eigenschaft zum Namen meist dauernd gewahrt bleibt. Solche Ähnlichkeitsbezeichnungen sind z. B. die Pflanzennamen ..Königskerze, Natternkopf, Löwenmaul. Rittersporn, Lerchensporn, Fingerhut", die ihre Namen der Ähnlichkeit, mit den sie kennzeichnenden Sachbegriffen verdanken, während für Namen wie „Dotter-

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