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B'nai B'rith · 1925-09-01 · 7 (9.1925) · p. Seite 194

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
7 (9.1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 194 (sequence 2)
Language
German
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nicht vollkommener Beherrschung der fremden Sprache zurecht zu finden. Extreme Sonderbestrebungen in dieser Richtung, die hier für die international gewordenen lateinischen und griechischen Begriffsbezeichnungen nicht das altgewordene Recht innerhalb der eigenen Sprache gelten lassen wollen, dürften dieser hinsichtlich ihrer Stellung innerhalb der wissenschaftlichen Weltliteratur vielleicht eher schaden als nützen. Es muß wohl nicht besonders betont werden, daß dies selbstverständlich nur für die Sprache der wissenschaftlichen Fachliteratur Geltung haben kann. Während die wissenschaftliche Nomenklatur Gewicht darauf legt, eine möglichst internationale Xamengebung zu sichern, wie wir diese in fast allen Wissenschaftskreisen, in der Medizin. Chemie, Physik, Mathematik usw. sehen, finden wir anderseits zahlreiche Sachbezeichnungen, die von A^olk zu ATolk. von Land zu Land, ja manchmal sogar von Bezirk zu Bezirk wechseln. Solcher Xamengebung nachzugehen, reizt vom kulturhistorischen Standpunkte aus und dieses Interesse für die „Namenforschung" finden wir auf den verschiedensten Literaturgebieten. Sie bezieht sieh ebenso auf die Namen von Völkern. Volksstämmen und Einzelpersonen, auf Familien- und Vornamen, wie auch auf Gegenstände und Sachbegriffe. Bei einer kleinen Untersuchung über die Herkunft der Arzneimittelnamen (Lotos 1922. Seite 253) war es mir aufgefallen, daß gerade auf diesem Gebiete mehrere Objekte. Pflanzen. Kräuter, Früchte, dann auch Mineralstoffe u. ä. Namen besitzen, die eine Beziehung zum „Juden" aufweisen. Es handelt sich da fast immer um zusammengesetzte Begriffsbezeichnungen, deren erster Teil das Wort „Juden-" enthält. Es erschien mir von Interesse, dem Wesen und dem Ursprünge dieser Xamenbezeichnung nachzugehen. Da es so sehr allgemeiner Gepflogenheit entspricht, in Xamen und Bezeichnungen, die das Wort ..Juden-" enthalten, irgend eine Verächtlichmachung der Juden zu sehen, so war das Ziel dieser Untersuchung mit darauf gerichtet, das ursächliche Moment für diese Xamengebung von diesem Gesichtspunkte aus zu beleuchten. Eine jede Studie über Namensforschung sucht gewöhnlich Gruppen zusammenzufassen, die auf einen gleichen Ursprung zurückgeführt werden können. So gelingt es leicht bei Familiennamen, ebenso wie bei Vornamen von Personen bestimmte Beziehungen zu Städten und Berufen, zu Farben. Tieren. Pflanzen. Mineralien u. a. zu erkennen. Es ist hier nicht möglich, im Rahmen dieser Studie auf solche Einzelheiten der Xamengebung überhaupt einzugehen, nur eins sei diesbezüglich vermerkt: Wir können annehmen, daß vielleicht dem ersten Träger eines bestimmten Namens auch irgend eine Beziehung zum Sinne des betreffenden Namens eigen war. Wir können vermuten, daß ein ..Schwarz" und ein ..Braun" diesen Xamen ihrer Haarfarbe oder ihrer Kleidung im Augenblicke der Xamensverleihung verdanken, ebenso wie vielleicht ein ..Groß" und ein ..Klein" diesen Xamen ihrer Statur zuzuschreiben hatten. Wir können bei einem ..Prager", einem „Wiener", einem „Lieben" auf die Herkunft schließen, ebenso wie sich annehmen läßt, daß bei einem ..Xemec" ebenso wie bei einem ..Cech" im Zeit-

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