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B'nai B'rith · 1925-06-01 · 6 (6.1925) · p. Seite 185

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
6 (6.1925)
Date
1925-06-01
Page
Seite 185 (sequence 33)
Language
German
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185 schau und Nachrichten aus dem Verbände der Fraueinvereinigungen der Logen beschließen das gehaltvolle Heft. R. B'nai B'rith Magazine (Märzheft 1925). Das treffende Bonmot „Man ist selten ein Arier" hat wieder seine Bestätigung gefunden. Jack Dempsey, der die Weltmeisterschaft im _ Boxkampfe behauptet, ist mütterlicherseits jüdischen Ursprunges. Die Zeitschrift wirft in bitterer Ironie die Frage auf, ob die Arnos-Gesellschaft dem Judentum nicht hesser dienen würde, wenn sie den Stammbaum Dempseys verbreitete, als das Werk Singers über die Religion der Wahrheit, Gerechtigkeit und des Friedens. — Aus der Tatsache, daß Amerika der Sorgenträger und Sorgenbefreier der Juden aus allen Teilen der Erde geworden ist, ergibt sich die Feststellung, daß Amerika gegenwärtig das Zentrum jüdischer Verantwortlichkeit darstellt. — Es wird auf eine Schrift, deren Verfasser Doktor M. Soltes ist, hingewiesen, die beweist, daß das Mißtrauen der Nichtjuden gegen das „Jiddisb" und namentlich gegen die jiddische Presse unbegründet ist. Die Tendenz der jiddischen Zeitungen deckt sich mit der der amerikanischen Presse. Nur ein einziges jiddisches Blatt in New York, das in einer - sehr schwachen Auflage erscheint, ist kommunistisch. Die Zeitschrift meint, man solle die Mühe nicht scheuen, jiddisch zu lernen, wenn man das Mißtrauen nicht beseitigen könne. — Auf die Beschwerde jüdischer Landwirte in Amerika, daß sie ihre Kinder ohne jüdischen Unterricht aufwachsen lassen müssen, da in den meisten Fällen die nächste jüdische Schule oder Synagoge zu weit entfernt sei, und auf ihre Argumentierung, daß sie deshalb ihre Bauernwirtschaft lieber aufgeben wollen, erwidert die Zeitschrift mit dem Hinweise auf die protestantischen Pioniere der alten Zeit, die es sich nicht verdrießen ließen, meilenweit durch weite Wälder in die entfernte Kirche zu ziehen, und, wenn es ihnen nicht möglich war, eine Kirche zu besuchen, aus ihrer eigenen Mitte den Priester wählten, der ihnen das Gotteswort erklärte- Die Geschichte lehrt, wie diese protestantischen Pioniere dem Boden und — der Religion treu geblieben sind. — Der Maler Lionel S. Reiß hat — wie Beatrice L e v y in ihrem Artikel über das Verschwinden der Ghetti in Europa erzählt, — mit der Ausführung seines Planes, sämtliche Ghetti in Europa in Bild und Wort festzuhalten, bereits begonnen und wird sein großes Werk fortsetzen und vollenden, wenn ihm die dazu notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden sollten. Die Reproduktionen, welche die Zeitschrift bringt (ein Stück Pariser Ghetto, der Prager Friedhof, jüdische Typen aus Warschau, das Innere der Raschi - Synagoge in Worms), lassen die Herausgabe des Werkes als höchst wünschenswert erscheinen, da die europäischen Ghetti über kurz oder lang verschwinden werden und ihre Romantik in der Erinnerung festgehalten zu werden verdient. — David G o it e i n gibt seine persönlichen Eindrücke wieder, die er von den Pionieren Palästinas, den Chaluzim, und den Chaluzoth, erhalten hat. Er stellt erfreuliche und unerfreuliche Züge objektiv fest. Erfreulich ist ihre Begeisterung für den Wiederaufbau Palästinas, ihre Liebe zur Arbeit, auch wenn sie noch so unscheinbar ist, ihre enthusiastische Pflege des Neuhebräischen; unerfreulich ihre Art des Kommunismus, ihre Gleichgültigkeit oder feindselige Haltung gegen das Religiöse, ihre bisweilen unerträgliche Überheblichkeit. — Joel Blau überrascht uns in seinem Aufsatze „Reformation by reformulation?" (Neuordnung durch Neuformulierung?) durch seinen Vorschlag, dem Judentume, das die Rolle eines Schlemihls in der Weitgeschichte spiele, dadurch einen Ruck nach vorwärts zu geben, daß eine jüdische Propaganda für die Verbreitung des auf die Höhe des ethischen Monotheismus gebrachten und von allen beschränkenden Gebräuchen befreiten Judentums im Osten Europas und Asiens sorge- Blau meint, daß Japan ungemein für diese Art von Missionstätigkeit geeignet gewesen wäre- Doch habe uns das Christentum dort den Rang abgelaufen. Arabien, Rußland, wo namentlich der russische Muschik ein wertvolles Material sei, und der ganze Osten biete einen ungeheuren Wirkungskreis. Eine solche Propaganda

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