B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 6 (6.1925)
- Date
- 1925-06-01
- Page
- Seite 184 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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184 Aus Zeitschri: Der Orden Bne Briss. Mitteilungen der Großloge für Deutschland. (Nr. 5, Mai 1925.) Br. Dr. Alfred Golds'chmidt beschäftigt sich mit dem Probleme „Verinnerlichung". Anknüpfend an die wilden Parteikämpfe in Deutschknd erklärt der Verfa/sser, indem er Heines „Deutschland, das sind wir selber" und andere Stellen aus dem Werke des \ ielgeschmähtein zitiert, die deutschen Juden hätten es nicht nötig, sich als Deutsche auszuweisen. Jüdisches Geistesleben ist nach seiner Ansicht aus Deutschland gar nicht fortzudenken, Aufbau, nicht Zersetzung ist seine wahre Bedeutung, allerdings nicht im Sinne derer, die Kastenherrschaft und Kastenvorre>chte anstreben. Wahres jüdisches Wesen ist identisch mit wahrem Menschentum. Darum sollen wir uns aus einer Umwelt, die ums klein und niedrig zu machen sucht, zur Größe unseres Selbst, zur Verinnerlichung zurückfanden. Die Stellung zu den Dingen, nicht die Dinge selbst machen Wert und Bedeutung des Lebens aus. Der überwindet wahrhaft siegreich das Leben, der in Betätigung der Vorschriften unseres Rituals unbekümmert um äußeres Geschehen, ohne auf Lohn oder Dank zu schauen, aufrecht im Herzen seinen- Weg geht. — Über die Installierung der Zacharias Frankel- Loge, der vierten in Breslau, berichtet ausführlich Br. Dr. Hugo Schachte 1, Breslau, umfangreiche Auszüge aus der Festrede des Vizegroßpräsidenten Br. Maximilian St ei n über die Bedeutung des Namenspatrons der Loge schließen an. Die Geschichte der religiösen Bewegung im Judentum der Neuzeit gab Frankel den Ehrennamen „Fri ed ensif ürst". „Versöhnung des Glaubens mit dem Leben, Fortschritt und zugleich Erhaltung und Veredlung, Regeneration des Judentums aus und durch sich selbst" war seine Losung. Frankel haben wir die Deutung zu verdanken, daß die ehrwürdigen alten Formen und Formeln nicht pietätlos zu negieren, sondern zu vergeistigen sind. — Richard Beer-Hofmann als Dichter des Judentums behandelt und Zeitung. Br. Dr. Ludwig Davidsoll n, Berlin. Er untersucht das Jüdische in den einzelnen Werken des Dichters. Paul, in „Der Tod Georgs", ist Jude. Als Jude fühlt er, der über die Jahrtausende hinweg in mystischem Zusammimenhang mit seinen \ erfahren steht, daß eine immanente göttliche Zweckmäßigkeit und Gerechtigkeit hinter allen Dingen stehen muß, daß das jüdische Ethos, wie eis sich einst in grauer Vorzeit inmitten einer noch völlig indifferenten AVeit manifestierte, dem Leben Ziel, Sinn und Heiligung geben kann. Mit einer poetisch leutchtenden Glorifizierung des Judentums, mit einem klaren, religiösen Ton schließt dieses an künstlerischen Werten überreiche „Gedicht in Prosa". Das Thema von dem mystischen Zusammengehörigkeitsgefühl wird mannigfach auch im „Grafen von Oharolais" variiert, am be zwingendsten in der Gestalt des roten Itzig. Hier wird der Charakter des mittelalterlichen Juden dargestellt, nicht nur, wie er ist, sondern wie er geworden ist. Beer-Hofmann läßt aus dem verhaltenen Ingrimm dieses Hassers ahnen, welche Schmerzen dieser Ausgeschlossene gelitten hat. Hier steht als eine gewaltig düstere Mahnung der an ihm verübten unsühnbaren Frevel Ahasver im Kleide eines Handelsjuden. Das jüngste, über die Bühne gegangene Werk des Dichters ist „Jakobs Traum", das Vorspiel aus dem Dramenzyklus der „Historie vom König David". „Beer-Hofmann ist der erste deutsche Dichter, dessen lyrische Inbrunst so heiß, dessen Gefühlszusammenhang mit der jüdischen Tradition so lebendig war, daß er es wagen durfte, den hohen Geist der Bibel ins Modern-Ethische und Dichterisch-Philosophische zu transponieren. Das Drama ist kein Panegyrikus auf die israelitische Historie, sondern eine Weltdichtung, die au allen Menschen sprechen sollte." — Logenberichte folgen. Br. Prof. Eugen Wölbe gibt ausführlich den Inhalt der ersten Nummern des laufenden Jahrgangs des „B'nai B'rith-Magazine" wieder. Eine Bücher-