B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 6 (6.1925)
- Date
- 1925-06-01
- Page
- Seite 166 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Der Brudertag in Karlsbad. Der am (5. und 7. Juni d. J. in Karlsbad abgehaltene allgemeine Brudertag reiht sich würdig an die bisherigen Brudertage, deren letzter im Jahre 1922 in Prag stattfand. Das äußerliche Bild des Karlsbader Brudertages war insofern von den bisherigen Brudertagen verschieden, als an demselben in großer Anzahl, vielleicht gar in überwiegender Zahl, ausländische Brüder mit ihren Angehörigen, zum großen Teile Brüder des deutschen Distriktes, teilnahmen. Es waren dies Brüder, die heuer so zahlreich zur Kur in Karlsbad weilten. Dieser Umstand gab dem Karlsbader Brudertage ein ganz eigenartiges Gepräge und wohl auch eine nicht gewöhnliche Bedeutung. Das wirtliche Karlsbad mit seinen großartigen Einrichtungen finden Fremdenverkehr, mit der angeborenen Gastfreuudliehkeit seiner Bewohner und mit seinen internationalen Kurgästen während der Kursaison ist tatsächlich die für Kongresse und ähnliche Veranstaltungen am besten geeignete .Stadt, und es war deshalb eine gute Idee der w. „Karlsbad", aus Anlaß der Feier ihres 30jährigen Bestandes im Vorjahre die Abhaltung des Brudertages während der Kurzeit in Karlsbad bei der s. w. Großloge anzuregen. Tatsächlich war auch das Arrangement des Festabends am 6. Juni im imposanten Theatersaale des Schürzenhauses und das des öffentlichen Verhamdlungstages im schönen, großen Kurhaussaale tadellos. Die Leitung der Brudertag&verhamdlungen lag in der bewährten Hand unseres s. w. Großpräsidenten, der — wie immer ■— umsichtig, klug und energisch allen drohenden Klippen der Diskussion auszuweichen verstand. Ihm und dem w. Präsidenten der w. „Karlsbad'-, dem nimmermüden Prof. Dr. Z i e g 1 e r, der als geistiger Anreger und als Mittelpunkt des Brudertages bezeichnet werden kann, ist das volle Gelingen des schönen Festes zu danken. Neben ihnen gebührt Anerkennung und Dank dem Festkomitee und insbesondere dessen Obmanne B. Schenk. Die Beratungen des Brudertages eröffnete der s. w. Großpräsident Dr. Josef Popper, der nach allgemeiner Begrüßung der Erschienenen seinen besonderen Gruß dem s. w. Großpräsidenten des österreichischen Distriktes Prof. Dr. Ehrmann entbot und ihn einlud, zu seiner Rechten Platz zu nehmen. Ins Präsidium berief er den w. Präsidenten der Loge „Karlsbad" Br. Prof. Ziegler. ferner Br. Adolf Glaser. Dr. Feith und Dr. Kornfeld. Auf die Themen des Brudertages, die Friedensfrage und die Erziehung unserer Jugend im Sinne des Ordensgedankens übergehend, charakterisierte er Gerechtigkeit zwischen den Menschen verschiedener Nationen und Konfessionen und Gerechtigkeit zwischen den Staaten als Vorbedingung zur Erfüllung des Friedensideales. Zur Friedensidee hat unser Orden durch die Aufforderung der deutschen Großloge an alle Brüder, sich den Friedensgesellschaften anzuschließen. Stellung genommen, vornehmlich aber durch eine Kundgebung unseres Ordenspräsidenten Br. Adolf K r a u s, der im November 1921 die Abrüstungs-Konferenz in Washington durch ein Telegramm begrüßte und darin der Hoffnung Ausdruck gab. daß durch die Konferenz Mittel