B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 5 (5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 144 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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144 Rokycan ist eine cechische Stadt. Als meine Familie dorthin übersiedelte, lebten in Rokycan zwei deutsche christliche Familien und acht jüdische. Später wuchs die Anzahl der jüdischen Familien etwas, und unter den neuen Einwohnern waren die Verwandten der Mutter des Verfassers. In den jüdischen Familien sprach man deutsch und cechisch. Mein ältester Bruder Markus wurde, als er 15 Jahre alt war, von einem in New York wohnenden Onkel nach Amerika mitsre- £5 nommen. Die Schulen in Rokycan waren cechisch, aber ein gewisser Unterricht in der deutschen Sprache war obligat. Als ich in die 4. Volksschulklasse ging, wurde den Buben jede Woche ein Thema gegeben, über das sie einen deutschen Aufastz schreiben sollten. Und es geschah, daß ich in meiner Klasse der einzige Bub war, der deutsch sprechen konnte, und doch bekam ich meine Aufsätze jedesmal mit der Note „s c h 1 e c h t", „sehr schlecht" oder „ebenso m i s e r ab e 1" zurück. Die beste Note, zu der ich es bringen konnte, war „s c h 1 e c h t". Ich war klein und jung und diese Erlebnisse entmutigten mich so, daß mich eines abends, als ich damit beschäftigt war, einen deutschen Aufsatz zu schreiben, meine Mutter in Tränen aufgelöst fand und mich als brave Mutter nach dem Grunde fragte. Ich erzählte ihr, wie sehr ich mich bemüht hatte und wie nutzlos es zu sein schien — der Lehrer fand die Aufsätze immer nur schlecht oder miserabel. Die Mutter sagte: „Versuch"* noch einmal, mein Kind, vielleicht wird's dir dann besser gelingen", und am nächsten Tage verehrte sie dem Lehrer zwei feine seidene Taschentücher. Diesmal kam mehr Aufsatz mit der Note zurück: „Ausgezeichnet", wenn du dich weiter so besserst, wirst du deiner Mutter viel Freude bereiten". Später war die schlechteste Note, die ich von diesem Lehrer bekam, „s ehr g u t". (Fortsetzung folgt.) UMSCHAU.. Aus den Mitteilungen des Exekutivkomitees. Der Torna d o. Anläßlich der durch den Tornado hervorgerufenen katastrophalen Verheerungen hat der Orden schnell und reichlich materielle Hilfe geleistet. Als Präsident Kraus die ersten Nachrichten erhielt, setzte er sich gleich telegraphisch mit allen Mitgliedern des Exekutivkomitees ins Einvernehmen und noch am Abend war ein Betrag von $ 10.000.— aus dem Katastrophenfonds bewilligt. So hat unser Orden als erster unter allen gleichartigen Organisationen helfend eingegriffen. Biographie des Ordenspräsidenten Kraus- Die zahlreichen Ansuchen an den Präsidenten Kraus um Überlassung von Exemplaren seiner Selbstbiographie, die unter dem Titel „Reminiscences and Comments" erschienen ist, haben ihn veranlaßt, das Werk, das eigentlich als Privatdruck gedacht war, als allgemein verkäufliche Publikation herauszugeben. Das Reinerträgnis des Werkes ist zu gleichen Teilen dem Leon L. Lewi-ErinnerungSTHospital und der hebräischen Universität in Jerusalem gewidmet. Logengründungen. In der letzten Zeit wurden 15 Logengründungen bewilligt. davon 5 in Deutschland und 1 in Ontario. Aus den Sitzungen des Geschäftsausschusses des VIII. (Deutschen) Distriktes. Fürsorge für Kriegswaisen. Es wurde beschlossen,- für eine Anzahl von Kriegswaisen,