B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 5 (5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 138 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/9582244-9582244-9598139-9598273--0777-9598291- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
138 Für die Durchführungdieser Aufgaben ist eine verständnisvolle Propaganda unentbehrlich, bei welcher die Mitwirkung der Logen und der einzelnen sozial geschulten Brüder nötig ist. Referent stellt den Antrag: Die Großloge wolle beschließen, den einzelnen Logen nahezulegen, sich zunächst in dem zuständigen Komitee, sodann in der Loge selbst mit der Frage der Fürsorgezentrale zu befassen und die bezüglichen Beschlüsse der Großloge bekanntzugeben. Br. Großpräsident. Dr. Popper führt (nachdem er den Vorsitz an Br. Dr. Schleißner übergeben hat) an, daß in Prag für die Fürsorgezentrale bei deren Gründung ungewöhnlich große Mittel aufgebracht wurden, deren Verwendung nicht in der richtigen Weise erfolgte. Redner will hiedurch keinen Vorwurf gegen die Leitung erheben, sondern findet den Grund hierin dafür, daß nicht alle Faktoren, welche die Fürsorgezentrale gegründet haben — B'nai B'rith, die Zionisten und tschechischen Juden —, sie gleichmäßig gefördert haben. Die Hunderttausende, welche über Veranlassung des Redners seitens der Logen beigesteuert wurden, seien trotz seines ständigen Einspruches zu Unterstützungen, insbesondere von Studenten verwendet worden, womit die Öffentlichkeit nicht einverstanden war. Der größte Fehler lag aber darin, daß durch die zahlreichen Einzelaktionen die geeignete Zeit für die Zusammenfassung der Vereine und sonstigen Organisationen verloren ging. Jeder Gedanke, möge er noch so gut sein, braucht zu seiner Durchführung die geeignete Zeit und die geeignete Person. Die geeignete Zeit war damals da, es hat eine Revolutionierung der Geister stattgefunden und es wäre möglich gewesen, bei der allgemeinen Unsicherheit alle Vereine unter einen Hut zu bringen. Diese günstige Zeit habe man mit Unterstützungsaktionen versäumt und dieses Versäumnis sei in absehbarer Zeit nicht mehr nachzuholen. Aber auch in der zweiten Richtung, bezüglich der geeigneten Personen, seien Fehlgriffe geschehen, da die zur Führung - des Sekretariates berufenen Männer ihrer Aufgabe nicht gewachsen waren. Wenn auch zugestanden werden müsse, daß gerade für eine derartige Stelle nicht leicht jemand zu finden sei, so sei die Zukunft der Fürsorgezentrale doch nur davon abhängig, ob man für die Leitung des Sekretariates den richtigen Mann finden werde. Die Anschauung des Br. Großpräsidenten geht dahin, daß die Logen alles daran setzen müssen, um die Fürsorgezentrale, welche eine soziale Tat des Distriktes ist (statt der sozialen Tat, die sie werden sollte) zu erhalten, mit großen Zuwendungen sei zurückzuhalten, bis man die Überzeugung gewonnen habe, daß die Fürsorgezentrale wirklich ihren Zweck erfülle, ebenso muß aber auch getrachtet werden, daß die finanzielle Erhaltung der Fürsorgezentrale nicht ganz auf den Schultern der Logen laste. Br. Dr. Hoffmann (Philanthropia) spricht sich für die etappenweise Durchführung der Arbeiten aus und empfiehlt in erster Reihe die Aktion gegen den Wanderbettel. Br. Ing. Schweinburg (Praga) will das Schwergewicht in die Zusammenarbeit mit den A^ereinen gelegt wissen, die im Argen liege. Br. Dr. Hutter (Union) weist auf die Erfolge hin. welche er mit der Gründung einer Ortsgruppe der Fürsorgezentrale in Pilsen erzielt