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B'nai B'rith · 1925-05-01 · 5 (5.1925) · p. Seite 137

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
5 (5.1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 137 (sequence 17)
Language
German
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137 intensiven Arbeit nötig gewesen, um ihr innerhalb der Judenheit jene autoritative Stellung zu sichern, derer sie bedarf. Die später vorgenommenen Korrekturen konnten diesen Fehler nicht mehr ganz gut machen, da es nicht gelang, die verschiedentlichen in das Präsidium berufenen Persönlichkeiten zu einer aktiven Mitarbeit zu begeistern. Dies und die ungenügende Schulung der Hilfskräfte beeinträchtigten wesentlich die Propaganda. In unserem Kreise wurde zwar wiederholt für die Fürsorgezentrale Stimmung gemacht, allein die Mitarbeit der Logen ist kerne gleichmäßige. Neben den Prager Logen, deren Interesse nicht mehr auf der alten Höhe ist, wäre in erster Reihe die ständige Mitarbeit der Loge „Union" hervorzuheben, um die sich insbesondere Br. Expräs. Dr. Hutter große Verdienste erworben hat. Daneben haben die Logen „Philanthropia", „Moravia" und „Allianz" die Fürsorgezentrale materiell gefördert. Notwendig wäre es aber auch, daß eine solche Institution, deren Zweck und Aufgabe nur von geschulten sozialen Arbeitern voll erfaßt werden kann, gerade von unseren Logen auch moralisch gefördert werde. Gegenwärtig geht die Fürsorgezentrale daran, sich sowohl was die Leistungen als auch was die Auslagen betrifft, den an sie gestellten- Anforderungen anzupassen. Die Regie ist seit der Zeit ihrer Gründung auf ungefähr Y\ zurückgegangen, was allerdings nur dadurch möglich war, daß ein großer Teil der jetzigen Mitglieder des Exekutivkomitees aktiv mitarbeitet. Das Arbeitsprogramm der Fürsorgezentrale beinhaltet gegenwärtig hauptsächlich Organisation und statistische Erfassung der jüdisch-sozialen Tätigkeit, welche dahin führen soll, daß jedem, dem Einzelnen und den Organisationen, nach Bedarf der Weg gezeigt werde, der zur Befriedigung ihrer sozialen Bedürfnisse führt. Dies erfordert eine autoritative Stellung, zu deren Ausbau in erster Reihe die Logen mitwirken sollen. Daneben darf nicht verschwiegen werden, daß es bisher nur in bescheidenem Maße gelungen ist, den Tätigkeitsbereich der Fürsorgezentrale über Böhmen hinaus zu erstrecken. In der Slowakei haben Kosice und Bratislava eigene Organisationen geschaffen, in Mähren ist man bisher über einzelne Ansätze nicht hinausgekommen. Aber auch in Böhmen muß noch intensive Arbeit geleistet werden, wenn die Fürsorge tatsächlich organisatorisch an ihr Ziel gelangen soll. Was die Fürsorge als solche betrifft, so wurde die Fürsorge für Studenten bis auf die Erhaltung des Studentenheimes in Kosir vollkommen abgebaut, ebenso die Fürsorge für Flüchtlinge und Kranke. Geblieben ist die Fürsorge für Durch- und Auswanderer, welche im Zusammenhange mit dem Kampf gegen den Wanderbettel durch Schaffung von Grenzkanzleien und eines regelmäßigen Nachrichtendienstes immer weiter ausgebaut wird. Ein weiterer Zweig der Fürsorge, für den es gleichfalls an einer Körperschaft fehlt, welche die bisherigen Aufgaben der Fürsorgezentrale übernehmen könnte, ist die Jugendfürsorge. Auch auf diesem Gebiete stehen der Fürsorgezentrale noch bedeutende Aufgaben bevor. Schließlich erstreckt sich ihr Aufgabenkreis auf die Repräsentation und Vertretung der jüdisch-sozialen Interessen gegenüber den Behörden einerseits und den großen sozialen Institutionen der Republik sowie den internationalen Organisationen andererseits.

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