B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 5 (5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 128 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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128 Meinungsäußerung eines anderen Bruders verletzt fühlen dürfe, man müsse alles sachlich, nichts persönlich nehmen. Br. Dr. Groß (Humanitas) spricht sich dafür aus, daß die Frage der Erhöhung des Mitgliedsbeitrages im Zusammenhange mit der Kopfsteuer behandelt werde. Zur Herabsetzung der Regie, insbesondere betreffs der Drucksorten ist er für die Anschaffung einer Druckmaschine. — Bezüglich des Artikels Br. Ing. Herrmanns ist er der Anschauung, daß er nicht geeignet ist, derartigen Anstoß zu erregen, daß er in der Großloge verurteilt werden sollte. Er empfiehlt die Resolution Lederer und ist der Anschauung, daß das Redaktionskomitee ein Organ des Präsidenten und ihm verantwortlich sei. Br. Großpräsident wünscht, daß bezüglich des Artikels des Br. Ing. Herrmann die Br. Expräsidenten innerhalb ihrer Logen aufklärend wirken. Auch er sei der Überzeugung, daß allseits zur Entgiftung der Atmosphäre beigetragen werden müsse, falls die Voraussetzungen zu einer gedeihlichen Arbeit für das Palästinawerk in unseren Kreisen geschaffen werden sollen. Dies könne nur durch wahrheitsmäßige Darstellung unserer Leistungen geschehen und nicht durch unvollständige Berichte und unsachgemäße Rekriminationen, die Propaganda bezwecken und Verstimmung erreichen. Er zählt sodann die Leistungen unserer Großloge für das Palästinawerk auf und weist darauf hin, welche Würdigung des Expräsidenten Otto Freund und sein Eintreten für den Keren Hajessod gefunden habe und bringt einen Dankbrief des Direktoriums des Keren Hajessod zur Verlesung, der in begeisterten Worten seine Verdienste um das Palästinawerk feiert. Gegenüber der Anschauung des Br. Dr. Groß verwahrt er sich gegen eine persönliche Verantwortlichkeit für Artikel der Großlogenzeitschrift, das Redaktionskomitee sei autonom. In der Ostjudenfrage nützen nicht so sehr Worte als Taten, wie sie unsere, insbesondere die Prager Logen auf seine Initiative anläßlich der großen Wanderbewegung von Osten nach Kriegsende aufzuweisen haben. Die in großer Anzahl im Lande zurückgebliebenen Ostjuden — wie dies in Deutschland der Fall sei — haben sich nach dem Zeugnisse zahlreicher Brüder aus Deutschland als schwere Belastung des deutschen Judentums erwiesen. Das schließe aber bei uns nicht die Hilfsbereitschaft aus, wenn es sich um wirkliche Not handelt. Hierauf wird zur Abstimmung geschritten. Der Antrag des Br. Großschatzmeisters auf Erhöhung des Großlogenbeitrages von Kc 40.— auf Kc 50.— wird angenommen. Der Antrag des Br: Dr. Ziegler auf Widmung von Kc 4000.— für das Palästinawerk wird abgelehnt. Der Antrag des Br. Professor Lederer auf Erteilung des Vertrauensvotums an das Redaktionskomitee wird angenommen. Der zweite Teil des Antrages abgelehnt. Der Antrag Br. Prof. Starkensteins wird angenommen. Die Anregungen Br. Dr. Winternitz werden dem Generalkomitee zugewiesen. Dem Br. Großschatzmeister wird das Absolutorium erteilt und der Dank ausgesprochen.