B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 5 (5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 127 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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127 Br. Dr. Hilf (Ostravia) befaßt sich gleichfalls mit dein Artikel des Br. Ing. Herrmann, den er als Entgleisung des Redaktionskomitees bezeichnet, welche gut gemacht werden sollte. Br. Dr. L e d e r e r (Union) polemisierte gegen die inhaltliche Bekämpfung einzelner Stellen des Artikels Br. Ing. Herrmanns und präzisiert seine Stellung zur Palästinafrage dahin, daß man nicht ein gar zu rasches Umlernen verlangen solle. Er beantragt, man möge dem Redaktionskomitee und dem vorjährigen Redakteur den Dank für ihre wertvolle Arbeit aussprechen und dem Komitee nahezulegen, den eingesandten Artikeln die gewohnte Obsorge zuzuwenden und bei kontroversen Punkten die nötigen Korrekturen vorzunehmen, Br. Dr. Winternitz (Philanthropia) wendet sich gegen die Beschlüsse des Herbst-Generalkomitees bezüglich des Verhaltens der Logen im Falle der Insolvenz von Brüdern. Der Vorsitzende klärt die Beschlüsse dadurch auf, daß Fälle vorgekommen seien, in denen sich die Gläubiger eines Bruders nicht ausgleichen wollten, weil sie sich auf die Loge verließen. Dagegen wollte man sich wehren. Br. Dr. Starkenstein (Bohemia) weist darauf hin, daß dem Artikel Ing. Herrmanns zuviel supponiert wurde. Die in diesem Artikel geforderte Abwehr gegen die Masseneinwanderung der Ostjuden auf Katastrophen auszudehnen sei absurd. Der Schwerpunkt liege nicht in dem Worte „Die 0 s t j u d e n", sondern „d i e Ostjuden". Die Redaktion sei sich nicht dessen bewußt, Fehler begangen zu haben, die gut gemacht werden müssen. Gegenmonierungen hätten Platz gefunden. Statt dessen sei gegen den Artikel von Loge zu Loge eine Agitation eingeleitet worden. Er beantragt folgende Entschließung: „Die Großloge spricht aus, daß sie jederzeit den Standpunkt einnehme, Brüdern jede freie Meinungsäußerung nicht nur in den Versammlungen, sondern auch in den Ordenspublikationen zu gestatten, soweit diese nicht mit den Ordensprinzipien im Widerspruche stehen. Gegenteilige Meinungen sollen wiederum gleicherweise vorgebracht werden, dagegen ist es abzulehnen, jene Methoden, die wir bei unseren Gegnern auf das schärfste verurteilen — Protestkundgebungen —, zu den unsrigen zu machen, da ein solches Vorgehen mit unseren Grundsätzen nicht in Einklang gebracht werden könne." Br. Dr. P o 1 ä S e k (Freundschaft) polemisiert gegen den Artikel Br. Ing. Herrmanns und spricht sich gegen den ästhetischen Antisemitismus, ferner dagegen aus, daß den Ostjuden bei Katastrophen der Schutz verwehrt werden soll. Er befürwortet die Resolution Br. Starkensteins. Über Antrag Br. Dr. Hellers (Bohemia) wird Schluß der Rednerliste beschlossen. Br. Dr. Bischitzky (Praga) ist gegen jede Beschränkung der freien Meinungsäußerung. Es wurde dem Artikel unterschoben, er sanktioniere den Judenhaß. Das zu sagen, sei nicht brüderlich gegen den Verfasser und nicht brüderlich gegen das Redaktionskomitee. Er unterscheidet zwischen Judenhaß und Judenabneigung. Ein Bruder hat erklärt, es habe ihm wehe getan, wie er den Artikel gelesen hat. Er sei immer der Meinung gewesen, daß kein Bruder sich durch die