B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 4 (4.1925)
- Date
- 1925-04-01
- Page
- Seite 114 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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114 Aus^Zeitschrift B'nai B'rith - Magazine. Das Februarheft (1925) sammelt unter der Überschrift „Prosemitismus" bemerkenswerte Tatsachen, die zeigen sollen, daß in einer Welt des Hasses dennoch hie und da dem Judentume und seinen Bekennen! Gerechtigkeit widerfährt. So haben 35 Theologieprofessoren der niederländischen Universitäten, die im Haag einen Kongreß abhielten, gegen die antisemitische Tendenz des bekannten Buches von Fr. Delitzsch „Die große Fälschung", das dem Judentume jede Originalität abspricht und seine weltgeschichtliche Leistung als Entlehnungsprodukt oder, besser gesagt, als Plagiat namentlich der babylonischen Kultur brandmarkt, energisch Stellung genommen. Hierher gehört auch die Nachricht von der geplanten Rückkehr zahlreicher Marranen in Portugal zum Judentum und dem Bestreben Spaniens, Juden im Lande anzusiedeln. Ein Jude aus Sinkiang, namens Wong, unternimmt Reisen in China, um alle versprengten Reste des chinesischen Judentums vor dem Untergange zu retten und zu vereinigen. — Die Bedeutung des Flettner-Motors für die Technik gibt der Ztschr. Anlaß, einige Worte dem dieser Erfindung zugrunde liegenden Magnus-Effekt und dessen Entdecker, dem jüdischen Physiker H. G. Magnus (1802—1869) zu widmen. — Eine Notiz über alte jüdische Geschichte enthält die Nachricht, daß Doktor Faitlowich, der sich seit vielen Jahren mit der Herkunft. Kultur und Sprache der schwarzen Juden Abessyniens, der Falascha, beschäftigt, einige dieser Juden nach Amerika' mitbringen will. Aus derselben Notiz erfahren wir auch, daß der Hohepriester der spärlichen Samaritanergemeinde in Nablus, dem alten Sichern, nach Amerika reist, um dort die heiligen Schriften der samaritanischen Sekte zu veräußern. — Ein Artikel French Strothers in World's Work" über Kreuzungen von Juden und Nichtjuden und die jüdischen oder nichtjüdischen Physiognomien der aus diesen Mischehen stammenden Nachkommen ist die Grundlage zu einer Satire, die und Zeitung. sich über die Anwendung des Mendelschen Gesetzes in den Mischehen namentlich in Bezug auf jüdische und „nordische" Nasen verbreitet. — Eine Abteilung der Zeitschrift, welche einen Querschnitt durch das amerikanische Judentum im Monat Jänner gibt, sammelt verschiedene Nachrichten über soziale Wohlfahrt, Einwanderung, Politik, Philanthropie und Kunst. Daran schließt sich eine ausführliche Darstellung des Lebens und Schaffens des unlängst verstorbenen Prof. David Neumark, des ausgezeichneten Kenners der jüdischen Religionsphilosophie. Sie stammt aus der Feder S. C o h o n s, der mit Liebe und Fleiß diese dankenswerte Studie, einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der Religionsphilosophie, dem Andenken seines dahingeschiedenen Kollegen am Hebrew Union College in Cincinnati gewidmet hat. David Neumark war Ostjude, studierte in Berlin, bekleidete durch 7 Jahre das Rabbinat in Rakonitz (Böhmen), ging 1907 nach Berlin, wo er als Nachfolger des weltberühmten Bibliographen M. Steinschneider jüdische Philosophie an der Veitel—Heine—Ephraim'schen Lehranstalt vortrug. Im selben Jahre erhielt er durch Dr. Kaufmann Kohler einen ehrenvollen Ruf an das Hebrew Union College in Cincinnati, wo er am 15. Dezember 1924. zu früh für die Seinen und für die jüdische Wissenschaft, starb. — Der New Yorker Rabbiner Joel Blau bezieht sich in seinem Aufsatze „Ist der Mensch ein Überaffe oder ein subdivines Geschöpf?" auf eine öffentliche Diskussion, die in New York zwischen den Herren Clarence Darrow und Scott Nearing über das Thema stattfand: „Lohnt sich die Arbeit im Dienste der Menschheit oder nicht?" Der im Gegensatze zum optimistisch gerichteten Nearing auf pessimistischem Standpunkte stehende Darrow nannte bei dieser Gelegenheit den Menschen nur einen Überaffen (supermonkey), ein Wort, das die New Yorker Presse aufgriff und verbreitete. Joel Blau vergleicht nun diese echt amerikanische Diskussion, die öffentlich abgehalten