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B'nai B'rith · 1925-03-01 · 3 (3.1925) · p. Seite 64

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
3 (3.1925)
Date
1925-03-01
Page
Seite 64 (sequence 8)
Language
German
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b4 der moralischen Welt bei der Masse zu suchen, herauszuarbeiten, zu befestigen ist, darum wollen wir vorerst bei der intensiven Liebesarbeit im Schwesternkreise, bei allen, mit allen und für alle bleiben. Der Zukunft sei nicht vorgegriffen! Was spätere Zeiten für notwendiger halten, das mögen Einsichtigere, als ich es bin, bestimmen. Die Loge Mir j a m X o. 678 kannte ich b i s n e r n i c h t. Ehr Beispiel aber lockt m i; c h nicht. lS i e erklärt sich aus der Gebundenheit der orientalischen Frau. Es scheint mir fast sicher, daß das Wunschbild dieser Frau die Gemeinsamkeit der Arbeitsinter essen mit den Brüdern ist, wie sie bei uns sich entwickelt hat. Lange Jahre werden noch vergehen müssen, bis die Brüder im Orient emanzipiert, kulturell freier geworden. Dann werden sie ihren Frauen Erzieher und Führer im öffentlichen Leben der jüdischen Allgemeinheit werden können, und die Bnoth Brith in irgend einer Form und Gestalt sich den B'nai B'rith anschließen. Das von Ihnen gezeichnete Programm berührt die Ideen und Wünsche, die uns vorschweben und die wir noch mehr pflegen wollen. Sehr gut wäre es. wenn diejenigen Brüder, die unsere Entwicklung als störend betrachten, uns und unsere Bemühungen besser kennen lernten. Dann würden sie klarer sehen, würden abseitsstehende Schwestern mit mehr innerem Vertrauen zum Besuch der Sitzungen und somit zu ihrer eigenen ethischen Weiterbildung führen, könnten Schwestern und Brüder, denen der Zusammenschlußgedanke nicht eignet, beruhigen über manche Erscheinungen und Äußerungen des Logenlebens, die ihnen unverständlich sind. Würden verstehen, daß bei aller Berufung zur Weiterbildung, die Schwestern auch nicht alles leisten können, was dazu zu leisten ist. Daß sie aber das Möglichste tun, um, wenn auch nicht der wörtlichen, sicher aber der inneren Bedeutung nach, wahre Bnoth Brith zu sein und zu werden. Mit schwesterlichem Gruß Ernestine Eschelbacher. Die beiden Briefe, besonders aber die gegenseitige Einstellung sprechen für sich und bedürfen keines ausführlichen Kommentars. Nut wenige Worte seien im Zusammenhang mit den einleitenden Worten noch angefügt. Was in Prag der Wechselstreit der Meinungen zutage gefördert hat, das zeigte in gleicher Weise der Meinungsaustausch in Berlin: Frauen zeigen den guten Willen und das redliche Bemühen zu ernster Arbeit. Männer einer Richtung äußern Skepsis, schütteln den Kopf und wollen von gemeinsamer Arbeit mit Frauen nichts wissen, und Männer anderer Richtung glauben an Frauenkraft und fordern von ihnen den energischen Schritt zur formellen Vollendung begonnener Arbeit. Und wie reagieren die Frauen darauf? Sie wollen nicht vorwärts, sie wollen einen möglichen Mißerfolg erweiterter Tätigkeit nicht riskieren, sie fühlen sich im gegenwärtigen Arbeitskreise zufrieden und darum danken sie für die gutgemeinten Ratschläge: Im übrigen aber bleibe alles wie es jetzt ist! Und im Zusammenhange solcher Denkweise überrascht es. daß selbst die Leiterin des Verbandes der Frauenvereine des ganzen Deutschen Reiches keine Kenntnis hatte von der Gründung einer Frauenloge im Orient und als sie hiervon Kenntnis erhält, darauf mit den Worten reagiert: Dieses Beispiel lockt mich nicht. — Und weiter wird diese Gründung aus der Gebundenheit der orientalischen Frau zu erklären versucht! Es scheint doch, daß hier eine Sachlage falsch beurteilt wird.

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