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B'nai B'rith · 1925-03-01 · 3 (3.1925) · p. Seite 59

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
3 (3.1925)
Date
1925-03-01
Page
Seite 59 (sequence 3)
Language
German
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50 rung und Erklärung des Trennenden das Gemeinsame festigen auf dem Boden gleicher Gesinnung, die nicht Eigenschaft, sondern Willensrichtung bedeutet. Wenn sich dies vollzieht, dann ist der Weg für ein planvolles Zusammenwirken aller gefunden und wir sehen Brüder und Loge in höherer Synthese vereinigt. Das Soziale bindet jetzt, ohne zu bedrücken, das eigene Ich verliert nichts, gewinnt nur in freier Betätigung mit Gleichgesinnten im Rahmen einer wohl organisierten Gesellschaft. Noch einer anderen soziologischen Grundeinsicht sei hier gedacht, die, zu wenig gewürdigt und oft übersehen, gerade für unsere Arbeit von weittragender Bedeutung ist: In einer einheitlich verbundenen Gruppe summieren sich nicht die Kräfte der Z li s a in m e n w i r k e n d e n, s o n d'e r n m u 1 t i p 1 i z i e r e n sich in i Ii r e r W i r k n n g. Ähnliches sagt die Hegelsche Formulierung, dab v o n e i n e m g e w i s s e n Gr a d e a n a l! e Q u an t i t ä t i n Q n a 1 i t ä t u m s c h 1 ä g t. Das ist das beste Argument gegen Pessimismus und [lidiffereiitismus in unseren Reihen und begründet den Wert der initiativen Mithilfe eines jeden. Es weist auch den Weg zur erfolgreichen sozialen Arbeit in der Loge. In unserem Abwehrkampfe gegen Übel und Leid im weitesten Sinne, dürfen wir uns nicht auf das beschränken, was die Not der Stunde fordert, nicht nur in vielen Einzelfällen Hilfe bringen wollen, sondern von der sozialen Bedingtheit alles Leides ausgehen. Krankheit, Armut, brutaler Egoismus, Rassenhaß, Verbrechen, Mord u. s. f., sie alle gehen in ihren Ursachen über den Einzelnen hinaus in die Gesellschaft, sind Ausflüsse sozialer Mißstände und können wirksam nur durch gemeinsames soziales Schaffen wenn nicht völlig aus der Welt gebracht, so doch wesentlich vermindert werden. Vom Philosophen Auguste Comte stammt das treffende Wort: „savoir pour prevoir", das gilt auch für die Loge und heißt, in einträchtiger und dadurch potenzierter Arbeit den Ursachen dieser Übel nachgehen, die Zusammenhänge ergründen und die rechte Art der Abhilfe zu beraten, also wahre und wertvolle prophylaktische Arbeit zu vollbringen. So möge die stete Mahnung „zu wachen und zu wirken" verstanden sein. Frauenvereinigung und Frauenloge. Im vergangenen Jahre hatte die Frauenvereinigung der beiden Prager Logen einen Diskussionsubend über die Frage der inneren Organisation dieser Vereinigung veranstaltet. Die Debatte ergab als wesentlichstes Ergebnis die Abstimmung über folgende Anregung des Referenten: Die Frauenvereinigungen der B'nai B'rith-Logen müssen sich darüber im Klaren sein, ob ihre Tätigkeit rein charitativen Charakter haben soll, d. h. mehr oder weniger eine Ergänzung der Wohltätigkeitskomitees der Logen sein würde, oder ob sie mehr jene Richtung pflegen wollen, die der Ausbildung weiblicher Persönlichkeit dienen soll. Dieser wäre der Weg zur Bildung von Frauenlogen. Da wohl kaum

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