B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 2 (2.1925)
- Date
- 1925-02-01
- Page
- Seite 45 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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45 monatlichen (Plenarsitzungen (Sonntag) fanden abwechselnd in Troppau und M.-Ostrau statt. Was die Leistungen der Loge „Silesia" betrifft, so kann vorerst mit Befriedigung hervorgehoben werden, daß beinahe in jeder ordentlichen Logensitzung ein Vortrag oder ein Referat außerhalb des Rahmens der regelmäßigen Tagesordnung erstattet wurde. So hielt der w. Präsident Dr. Klein einen Vortrag über die Bruderliebe, ßr. Vizepräsident Dr. Wolf ein Referat über die Festschrift der w. „Bohemia", über die Tagung der s. w. Großloge, sowie über einzelne Fragen der Sitzung des s. w. Generalkomitees. Br. Dr. Beselin er sprach in offener Loge über „Herzls Tagebuch". 1. Band, über „Gandhi, den Führer der indischen Aufstandsbewegung" und über die „Richtlinien der Witwen- und Waisenversorgung". Br, Kopräsident Dr. F u c h,3 erstattete ein Referat in den Logensitzungen in M.-Ostrau, gleichfalls über die gedachten Richtlinien sowie über die Sitzung des s. w. Generalkomitees; Br. Dr. R 11 f e i s e n sprach über ..Psychoanalyse in der juristischen Praxis", Br. Dr. Fr i e d in a n n über „Die religiöse und nationale Idee in der Geschichte des Judentums". Br, Expr. Dr. Bick über die neue Geschäftsordnung, endlich Br. Dr. Zb rieser über „Karlsbader Eindrücke (II. jüd. Welthiilfskoiiferenz und ihre Beziehungen zu unserem Orden)". Anläßlich des Ordens- und Gründungsfestes hielt der w. Präsident Dr. Klein die Festrede und aus Anlaß des 70. Geburtstages des s. w. Großpräsidenten Hofrat Prof. Dr. Ehrmann in Wien sprach Vizepräsident Dr. Wolf. Die Leistungen der Loge auf dem Gebiete der sozialen Wohlfahrtspflege waren mannigfacher Art. In erster Linie will ich hier der Aktion Erwähnung tun, die zur Linderung der iNot der Brüder im Deutschen Reiche eingeleitet wurde, und der unsere Loge durch Übermittlung von Bargeld und Beschaffung von Lebensmitteln zu Hilfe kommen wollte. Die erforderlichen Geldmittel wurden durch Sammlungen unter den Logenbrüdern aufgebracht. Die gleichfalls eingeleitete Aktion zur Unterbringung jüdischer Kinder aus dem Deutschen Reiche in der Csl. Republik verlief infolge eingetretener Hindernisse resultatlos. Weiters wurden einer ganzen Reihe von jüdischen W ohlfahrt s vereinen, so dem „Asylvereine in Meran", dem „FreitischveTeine in Brünn", dem „Unterstützungisvereine für jüdische Hochschüler" ebenda, ferner dem „Zentralfürsorge verein in Prag", dem Vereine „Wohlfahrt" in Wien u. m. a. Gelduntersitützungen aus Logenmitteln zugewendet. Schließlich wurden ans den Erträgnissen der hiezu bestimmten Fonde an 7 notleidende Studierende Stipendien im Gesamtbetrage von Kc 2500.— verliehen und eine notleidende Witwe mit einem Geldbetrage unterstützt. Der Gesamtaufwand für alle diese Wohlfahrtsakte belief sich auf Kc 11.109-50. Überdies wurden aus dem Präsidial-Dispositionsfonde, der von den Logenbrüdern bei verschiedenen Anlässen dotiert wurde und sich im Rahmen von ungefähr Kc 1100.— bewegte, kleinere Unterstützungen seitens des w. Präsidenten bewilligt. Von Vereinen und Anstalten, die ihre Gründung der „Silesia" verdanken, steht gegenwärtig nur die Ferienheimkolonie an der Ostrawitza unter dem Schutze der Loge. In dieser Kolonie wurden, wie auch in früheren Jahren, während des Sommers eine Reihe von Kindern untergebracht, und auf Logenkosten verpflegt. Der gleichfalls von der Loge ins Lehen gerufene Alters- und Waisenfürsorgeverein wird gegenwärtig von der israelitischen Kuiltusgemeinde in Troppau geleitet, hat einen alten Mann vollständig in Verpflegung und verteilt Unterstützungen an 10 weitere alte Personen. Von grundsätzlichen und sonstigen wichtigen Beschlüssen sind zu erwähnen: 1. Anläßlich des Ablebens des Br. Exp. Dr. Sonnenschein wurde der bereits bestehende Dr. Sonneiischeinfond erweitert, anläßlich des Ablebens des Br. Nath. Lichtenstern wurde ein eigener Fond geschaffen, der an die w. „Ostravia" abgetreten wurde, schließlich wurde anläßlich de-; Ablebens des Br. Meyer gleichfalls ein eigener Fond errichtet.