B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 2 (2.1925)
- Date
- 1925-02-01
- Page
- Seite 42 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Egerer Sitzungam 27. April, unser am 13. Juli veranstalteter Ausflug nach Marienbad, das seit diesem Jahre zum Rayon der „Karlsbad" gehört, und .schließlich unsere neueingeführten Teeabende erwiesen sich außerordentlich zugkräftig und tragen zweifellos wesentlich bei, die brüderlichen Gefühle, die Freude an harmlosem, freundschaftlichem Beisammensein zu stärken. Besonders erwähnenswert ist noch der von unseren Brüdern angeregte gemeinsame Seder abend, an dem 51 Personen teilnahmen. Eine fast ungeahnt starke Frequenz konnten wir erfreulicherweise an unseren geselligen Zusammenkünften der letzten Sommermonate konstatieren. Tom 27. Mai angefangen bis zum 23. August stieg die Besuohsziffer von Woche zu Woche, bis sie schließlich mit dem 23. August ihren Schlußaber zugleich auch ihren Höhepunkt erreichte. Unvergeßlich bleibt dieser Abend des 23. August allen Teilnehmern. Kopf an Kopf standen unsere Brüder und Schwestern, als Dr. Ziegler, der Präsident unserer Loge, die Großpräsidenten von sechs Distrikten unter jubelnden Zurufen der Versammlung in den Saal führte. Unserem s. w. Großpräsidenten Dr. Josef Popper folgte Geheimrat Timendorfer vom VIII., Hofrat Prof. Dr. E h r in a n n vom XII., Dr. Ader vom XIII,, Dr. X i e in i r o v e r vom IX. und David Y e 11 i n vom XIV. Distrikt. Die Karlsbader Welthilfskonferenz bot die Gelegenheit, die ursprünglich für Prag geplante Zusammenkunft nach Karlsbad, dieser prädestinierten Konferenz- und Kongreßstadt, zu verlegen: und so darf sich unsere Loge des Glückes rühmen, daß abermals von maßgebenden Karlsbader Beschlüssen in unserer Unleiisgeschichte gesprochen werden wird. Daß die Sommerzusaininenkünfte in allererster Linie von reichsdeutschen Brüdern besucht wurden, müssen wir teils mit Genugtuung, teils aber auch mit Bedauern feststellen. Während prominente Persönlichkeiten unseres Distriktes es fertig brachten, während ihrer drei- bis vierwöchentlichen Kur kein einziges Mal zu uns zu kommen, andere höchstens einmal sich blicken ließen, um nur gerade „jauze" zu sein, wie die alten Juden zu sagen pflegten, versäumten die meisten reich«— deutschen Brüder keine einzige gesellige Zusammenkunft und beteiligten sich äußerst lebhaft an den Debatten und Diskussionen, die immer das regste Interesse der Anwesenden wachriefen. Während der Sommersitzungen fanden folgende Vorträge und Referate statt: Br. Waldemar C h o t z e n von der „L e s sin gl o g e" in Breslau sprach ..Uber Gruppenbildungen in großen Logen". Br. Mag. Freund von der „Praga": „Uber Gradlogen". Br. Dr. Guttina nn, Kattowitz: „Sollen wir und wie sollen wilden Antisemitismus abwehren?" Br. I. E. van de r W i e 1 e n, Präsident der w. „H oll an d i a": „Die Juden in Holland und die erste B. B.-Loge im Haag". Von Kar 1 s b a d e rn sprach Pr. Dr. Z i e g 1 e r über: „Die Not der Zeit und unsere Fürsorge für Waisen und Witwen": „Die Notwendigkeit eines Komitees für brüderliche Fürsorge": „BerufsUmschichtung unserer Jugend" und „Wie heben wir die aktive Teilnahme unserer Brüder am Logenleben?" Br. Dr. Viktor Grotte: ..Gemeinsame Ziele des deutschen und' tschechoslowakischen Distriktes" und „Ein Weltbrudertag in Karlsbad". Dr. Walter Kehn er: „Die Bedeoitung der Vorträge und der Geselligkeit /für das Logenleben". Br. Dr. Paul Löwy: „Über Geselligkeit". Daß auch keine unserer ordentlichen Sitzungen ohne Vortrag, ohne geistige Anregung verlief, ist selbstverständlich. Auch an dieser Stelle sei allen gedankt, die durch Abhaltung von schätzenswerten Vorträgen Zeit und Mühe geopfert haben. Außer dem Präsidenten, der über die Sitzungen des Generalkomitees berichtete und außerdem über den Roman von K. E. Franzos: „Der Kampf ums Recht", über „Bruderliebe" und über „Tolstoj. der Gottsucher" sprach, hielten Vorträge: Br. Ernst Goldmann über „Faust und Hiob", Br. Dr. Viktor Grotte über „Unsere Devise". Br. Rabb. Dr. Arnold Grünfeldi, Eger, über „Die geschichtliche Persönlichkeit Jesu". Br. Dr. Viktor Kafka über „Die Darstel-