B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 1 (1.1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 köpfigen Juden in der algerischen Oase M*zab ferner als die Polen - der Provinz Posen den Germanen in Rheinpreußen. Dieser Punkt könne nicht stark genug" betont werden. Denn hierdurch werde nicht nur die Einbildung der altgläubigen .Inden, daß sie ein auserwähltes Volk seien, welches einzig und allein unter den europäischen Völkern seine Ahnenschaft auf 4000 Jahre znrückverfolgen könne, zerstört, sondern auch die Position ihrer Feinde, der Antisemiten." Über den ..praktischen" Mißbrauch der Rassenklassifikation führe ich bloß beispielsweise die Äußerungen eines sonst objektiven Forschers. Dr. Fritz Lenz (..Menschliche Auslese und Rassenhygiene" 1021. Bd. 2. Seite 183). an: „Am stärksten ist das Rassenbewußtsein in Nordamerika lebendig. Das Zusammenleben vieler verschiedener Sprachnationen von europäischer Herkunft, die Anwesenheit von Millionen Negern und schließlich auch die Gefahr, welche von dem Eindringen der ostasiatischen Mongolen droht, hat zu einem lebendigen Zusammengehörigkeitsgefühl aller „Weißen" geführt. Wir wissen allerdings, daß es eine ..weiße Rasse", so wie man sich sie gewöhnlich vorstellt, gar nicht gibt. Was den sogenannten ..Weißen" gemeinsam ist, das ist vielmehr positiv nur ein mehr oder weniger großer Anteil nordischen Blutes und negativ das Freisein von Negerblut. In Amerika ist man denn auch ganz offenbar auf dem Wege, zum Bewußtsein der Gemeinschaft der nordischen Rasse zu kommen, besonders seit Madisou Graut in eindrucksvoller Weise auf ihren drohenden Untergang aufmerksam gemacht hat. Da Amerika gegenwärtig nicht nur die größte Weltmacht ist. sondern auch die einzige, mit der wir Deutschen, wenn auch kein freundliches Einvernehmen, so doch ein friedliches Zusammenarbeiten erwarten dürfen, so kann uns der nordische Rassengedanke auch politisch nur förderlich sein." Lenz zählt nicht gerade zu den Chauvinisten, aber die Beeinflussung durch die von politischen und wirtschaftlichen Zweckabsichten geleiteten Rassebaumeister hat seine Sympathien für die nordische Rasse um so mehr gefördert, als er auch von dieser Konstruktion für sein Vaterland praktische Erfolge erhofft. Der wissenschaftliche Antisemitismus erweist sich bei einer näheren Untersuchung also auch als eine politische oder wirtschaftliche Aktion. Es ist eine anrüchige Wissenschaft, welcher politische Fackelträger den Weg beleuchten sollen: sie muß auf Abwege geraten. Es muß bedacht werden, daß die feindselige Einstellung aus wirtschaftlichen Gründen nicht auch im vollen Umfange auf die persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen übertragen werden würde, wenn, wie in dem oben angeführten Beispiele, die Gelben und die Neger nicht durch ihr Äußeres und ihre anders geartete Kultur von den Amerikanern als Fremdkörper empfunden werden möchten. Mongolen und Neger entsprechen nicht dem Schönheitsbegriffe der „Weißen" und rufen einen Gefühlswiderstand hervor. Burke hat recht, wenn er die Schönheit als eine soziale Qualität bezeichnet, weil das Schöne oder als schön Empfundene Menschen mit einander verbindet. Das Häßliche, oder besser gesagt, das relativ Häßliche stößt ab. Wer mit Burke im positiven Sinne einverstanden ist, wird auch die Umkehrung. daß alles häßlich Empfundene antisozial wirke, gelten lassen müssen. Ein praktisches Beispiel mag diese Gefühlsästhetik erläutern. Ein