B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 10 (12.1924)
- Date
- 1924-12-01
- Page
- Seite 279 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Banat 2× ep/1272623
- Galați 2× ep/1002400
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279 Der i. Logentag des XL Distriktes. Am 15. und 16. Juni 1924 fand in Czernowitz über Anregung der Loge Orient" ein Brudertag statt, über dessen Verhandlungen ein gedruckter Bericht ausgegeben wurde, der 90 Seiten umfaßt. Die Tagesordnung enthielt folgende Punkte: 1. Wie vertiefen wir das Verhältnis der Logen des Distriktes zu einander? 2. Das neue Rituale. 3. Gedanken über Arbeit und Leben in der Loge und 4. die Stellungnahme des Ordens zu den großen Fragen, die das Judentum gegenwärtig bewegen. Bei dem Logentage waren die Distriktslogen „Nona Fraternitate" und „Lumira" in Bukarest, „Bien" in Galatz, „Progresul" in Raman, „Menorah" in Piatra, „Neamt Sawoil" in Jassy und die Loge „Solidaritas" in Krakau durch Delegierte vertreten. Zu den einzelnen Punkten entwickelte sich eine rege Debatte, aus der Folgendes angeführt sei: Zu Punkt 1 wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, es möge für die Einigkeit der Juden im Lande gewirkt und die Tätigkeit des Ordens auch auf jene Gebiete (Siebenbürgen, Banat, Bessarabien) ausgedehnt werden, in denen sich bisher keine Logen befinden. Unter den bestehenden Logen möge duroh Austausch aller für die eigenen Brüder bestimmten Mitteilungen ein engerer Kontakt hergestellt, für sie eine einheitliche Geschäftsordnung und periodische Zeitschrift eingeführt und ein gemeinsames Adreßbuch herausgegeben werden. Der Logentag wurde als ständige Institution erklärt. Zu Punkt 2 kam seitens der Vertreter aus allen Teilen Rumäniens die Überzeugung zum Ausdruck, daß das amerikanische Rituale für den IX. Distrikt nicht anwendbar sei; die hiefür vorgebrachten Gründe decken sich mit denen, welche bei der Tagung der Großpräsidenten in Karlsbad (25. August) und unseres Generalkomitees (1. und 2. November) vorgebracht wurden. Der einstimmige Beschluß lautete auf Ablehnung des amerikanischen Rituale. Zu Punkt 3 entrollte der Referent Br. Vizepräsident Karl Klüger ein treffendes Bild unserer Ziele und entwickelte in übersichtücher und vorn tiefen Verständnisse zeugender Weise deren praktische Durchführung in der Loge. Der Punkt 4, der gleichfalls durch ein Referat des Br. Vizepräsidenten Klüger eingeleitet wurde, beinhaltete im Wesen die Frage der Einstellung der Logen zum Zionismus. Neben dem Referenten sprach sich ein großer Teil der Redner für die Aufnahme des Zionismus in das Ordensprogramm aus, ein anderer brachte gewichtige Bedenken vor. Der Vorsitzende Präsident Br. Flaminger (Orient-Loge) lehnte es jedoch ab, die vom Referenten vorgeschlagene Resolution, welche die Förderung des jüdischen Nalionalismus und Verbreitung des Zionismus in den Wirkungskreis der Logen einbezogen wissen wollte, zur Abstimmung zu bringen. Er begründete dies damit, daß für ihn die Direktiven des Exekutivkomitees maßgebend seien und daß er daher insolange eine Beschlußfassung darüber, es habe der Distrikt IX den Zionismus in sein Programm aufzunehmen, nicht zulassen könne, als dies nicht die Ordensleitung anordne. Er verdolmetschte jedoch den allgemeinen Wunsch, zum Wiederaufbau Palästinas beizutragen. Die Tagung zeigt das dankenswerte Bestreben der Loge „Orient" in Czernowitz, all das, was sie im vormaligen österreichischen Distrikt erfahren, den alten Logen des IX. Distriktes zu vermitteln und dadurch nicht nur einen festen Zusammenhang innerhalb der eigenen Großloge herzustellen, sondern auch eine verständnisvolle Zusammenarbeit mit den übrigen westeuropäischen Distrikten zu gewährleisten.