B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 10 (12.1924)
- Date
- 1924-12-01
- Page
- Seite 278 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9582244-9582244-9597803-9598099--0604-9598119- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
278 Der Antrag betr. Änderung jüdischer Namen gab wohl zu einer langwierigen Aussprache Anlaß, wurde aber dann dem Geschäftsausschusse zu weiterer Behandlung zugewiesen. Eine sehr ausführliche Aussprache gab es über die Organisation und Funktion der Logenverbände, angeregt durch die Frankfurter Logen, bezw. den Hessischen Verband. Wenn sie auch unseren Interesse ferner liegt, ist sie doch von Wichtigkeit für die Gesamt-Organisation des Ordens. Wo die Großloge nur alle vier Jahre zusammentritt, mit einigen hundert Mitgliedern ein förmliches Parlament bildet und schließlich ihre Aufgaben und Leistungen über ein so ungeheueres Territorium erstrecken soll, ist ein Zusammenschluß der geographisch oder kulturell zusammenhängenden Logen von selbst gegeben. Seine Form kann er allerdings weniger in akademischen Beratungen als in den Bedürfnissen der Logenarbeit — sozusagen organisch, durch Ausbildung und Anpassung — finden. Aus der Tagung des Generalkomitees der Grossloge VII. <Polen> in Krakau. 26. Oktober 1924. Der Tagung wohnten neben 10 Mitgliedern des Generalkomitees 7 Expräsidenten und Präsidenten als Gäste bei. Den Vorsitz führte der Großpräsident Dr. Leon Ader. Aus dessen Berichte wäre hervorzuheben, daß der Distrikt dermalen- 7 Logen (Bielitz, Krakau, Lemberg, Warschau, Posen, Lissa, Przemysl mit 6ö3 Mitgliedern zählt. Die Logen in Kattowitz und Königshütte stehen außerhalb des Verbandes. Die Ausarbeitung einer Geschäftsordnung sowie die Herausgabe eines Adreßbuches sind in Vorbereitung. Der Distrikt XIII hat beim Exekutiv-Komitee die Gründung von Logen in Frankreich und Italien angeregt. Im Lande selbst ist die Gründung neuer Logen in Drohobycz, Stanislav, Bialystok, Czestochowa und Lodz in Vorbereitung, die aufgelösten Logen in Bromberg und Thorn sollen wieder ins Leben gerufen werden. Die Beschlüsse der Großpräsidententagung in Karlsbad wurden vollinhaltlich angenommen. Der Finanzbericht weist ein Jahreserfordernis von zl. 8.440 (etwa Kc 47.000), der Großlogenbeitrag wurde mit 12 zl. d. i. Kc 78 jährlich festgesetzt. In Angelegenheit der Unterstützung der Bestrebungen zur Gründung der jüdischen Universität in Jerusalem wurde beschlossen allen Logen die Förderung dieser Aufgabe und den Beitritt zum Vereine der Freunde der Universität in Jerusalem (Sitz Warschau) zu empfehlen. Die Großloge selbst tritt gleichfalls als Mitglied bei. Von der Gründung einer Zeitschrift wurde Umgang genommen, man will sich auf die periodische Versendung vervielfältigter Berichte beschränken. Bezüglich der Obsorge für jüdische Witwen und Waisen wurde beschlossen, bei jeder Loge hiefür besondere Komitees zu wählen, welche dem sozialen Komitee der Großloge, in welches vier Brüder gewählt wurden, unterstehen werden. Die Angelegenheit der Gründung eines Arbeitsvermittlungsbureaus für die jüdische Intelligenz, wurde dem Geschäftsausschusse zur Beschlußfassung zugewiesen. Das Adreßbuch soll nach dem Stande vom 1. Juli 1924 herausgegeben werden. Unter anderem wurde überdies die Errichtung von Bibliotheken bei den einzelnen Logen, die Abhaltung von Vorträgen für das weitere Publikum und die Fördernug der Kenntnis der hebräischen Sprache unter den Logenmitgliedern beschlossen.__