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B'nai B'rith · 1924-12-01 · 10 (12.1924) · p. Seite 277

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Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
10 (12.1924)
Date
1924-12-01
Page
Seite 277 (sequence 19)
Language
German
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277 Br. Großpräsident Timendorfer eröffnete die Sitzung mit einem kurzen Bericht, wonach der Distrikt jetzt nach Auflösung von 11 Logen im Osten und Eröffnung von 18 neuen Arbeitsstätten im Ganzen deren 91 mit 14500 Br. zählt. Die zwei größten Berliner Logen zählen 804, bezw. 805 Mitglieder. Die Neuwahl des Generalkomitees erfolgte nach dem Vorschlage des Wahlkomitees: es wurde Br. Bäck, einstimmig zum Großpräsidenten gewählt. Br. Timendorfer wurde unter allgemeinem Beifall als Ehrengroßpräsident in das Gen. Kom. berufen. In den Ansprachen der Br. Timendorfer und Bäck, ebenso in den dann folgenden Referaten über „die Aufgaben der Logen in sittlichen und kultureller Beziehung" kam das hohe geistige und kulturelle Niveau der deutschen Logen voll zur Geltung. Hat auch die Diskussion über ein so allgemeines Thema naturgemäß keine konkreten, greifbaren Ergebnisse, so eröffnet sie dafür einen Einblick in die Denkungsart der führenden Brüder; man lernt den Geist kennen, der sich den Körper der Logen baut. Es wurde betont, daß sich die wichtigste Aufbauarbeit an den Brüdern selbst vollziehen müsse, sozusazen in der inneren Mission. Vielleicht ist dafür symptomatisch, daß die jüngste, die siebente Berliner Loge nur 36 Mitglieder zählt. In Bezug auf die Freimaurer-Frage wurde "er Bericht der Brüder, die auch Freimaurer sind, zur Kenntnis genommen. Der Antrag einzelner maurerischer Großlogen, Mitglieder des B. B. nicht aufzunehmen, sei damit motiviert worden, daß eine Zerplitterung der Interessen nicht erwünscht sei. Unsere Brüder haben eine Abänderung in dem Sinne erreicht, daß in den Freimaurer Orden überhaupt Angehörige anderer, ähnlich gearteter Vereinigungen keinen Zutritt finden sollen, z. B. Odd fellows. Da solcherart die konfessionelle Tendenz ausgeschieden war, erklärten sich unsere B. B. damit einverstanden. Die Ritualfragen wurden in zwei glänzenden Referaten von Br. Maxim. Stein und Br. Merzbacher (Frankfurt a. M.) erörtert und in ähnlicher Weise beurteilt, wie bei der Zusammenkunft der europäischen Großpräsidenten in Karlsbad. Der Entwurf Ehrmann wurde vom Referenten nicht gutgeheißen, da er dem amerikanischen Vorschlag zuviel konzediert. Der Entwurf wurde dem bei der Großloge bestehenden Komitee für die Ausarbeitung eines abgeänderten Rituales zugewiesen. Dieses Komitee wird — wie wir nachträglich erfahren — mit seinen Arbeiten erst dann beginnen, bis ihm auch das Korreferat des X. Distriktes (Expräs. Dr. Groß) vorliegen wird. Es wurde weiters hervorgehoben, daß Frauen in den deutschen Logen in die Kommissionen gewählt und auch zu Diskussionen in den (offenen) Logen herangezogen werden. Jugendvereine neutraler Verfassung können von den einzelnen, Logen gefördert werden. Dafür sprachen sich auch die Zionisten aus ohne Vorbehalt, wenn auch vielleicht ein bischen ironisch, im Vertrauen darauf, daß ihre Jugendvereine trotzdem weiterexistieren können. Ein Gegensatz in der Auffassung der Logentendenzen kam aber durchaus nicht zur Geltung.

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