B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 10 (12.1924)
- Date
- 1924-12-01
- Page
- Seite 274 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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274 genommen. Der bereits vor fünfzig Jahren gegründete Krankenverein, zu dessen Mitbegründern der leider schon verstorbene Bruder Moritz K r a s n y gehörte und auch mehrere Jahrzehnte an dessen Spitze stand, hat die Krankenpflege mittelloser Glaubensgenossen in erfolgreichster Weise, durch Gewährung freier Ärztebehandlung, Beistellung von Medikamenten und Kurkostenbeiträge gefördert und es wurden für diese Zuwendungen in den letzten Jahren jährlich bis Kc 60.000.— verausgabt, welche im Wege freiwilliger Spenden, auch mit bedeutenden Beiträgen der hier wohnenden Brüder, aufgebracht wurden. Eine gleich erfolgreiche humanitäre Tätigkeit entfaltete der schon vor mehreren Jahrzehnten gegründete Frauen-Wohltätigkeits-Verein, in welchem zahlreiche Frauen von Brüdern eifrig tätig sind und dem als Beirat eine Vertretung der Kultusgemeinde zur Seite steht, in welchem früher Bruder Expr. Schulrat Schwarz und nunmehr Bruder Expräsident Dr. Fuchs tätig waren. Auch dieser humanitäre Verein erfreut sich der wärmsten Fürsorge seitens der hier ansässigen Brüder; au seiner Spitze steht seit seiner Gründung die Witwe des verstorbenen Bruders Moritz K r a s n y, Frau Anna K r a s n y. Eine der segensreichsten Gründungen der hiesigen Logenbrüder ist das Jüdische Ferienheim, welches über Anregung des verstorbenen Bruders Moritz Krasny und Bruder Expr. Dr. Lamberg (Mistek), geschaffen und durch einen eigenen Verein bis heute erhalten wird. Dieses Heim gewährt jährlich hundert armen jüdischen Kindern aus dem Sprengel von M.-Ostrau unentgeltlichen Sommeraufenthalt in der Dauer von 4—8 Wochen. Die schwere Not der Kriegsjahre brachte den Strom der aus der Bukowina, Polen und Rumänien vertriebenen Glaubensgenossen zunächst nach M.-Ostrau, das im Laufe der Zeit 15.000 Personen passierten, die zunächst hier provisorische Unterkunft, Ernährung, Bekleidung und die Möglichkeit der Fortsetzimg ihrer Flucht nötig hatten. Es war wohl die schwierigste Aufgabe der sozialen Hilfeleistung, in dieses Chaos der Flüchtlinge Ordnung zu bringen, ihre provisorische Unterkunft durchzuführen und ihnen die Mittel und Behelfe zur Weiterreise bis an die von den Behörden bereitgestellten Unterkunfstellen in allen Teilen der Monarchie zu ermöglichen. Für die Unterbringung in Schlesien hatten die Troppauer Brüder der „Silesia" in ausreichender Weise gesorgt, ebenso haben die Logen in Mähren und Böhmen werktätige Hilfe geleistet In unserem Gebiete galt es jedoch in erster Linie die Flüchtlinge für einige Zeit zu beherbergen und zu verköstigen, ihnen bei den Behörden bei der Beschaffung der Reisedokumente und ihrer weiteren Unterbringung behilflich zu sein. An der Spitze dieser Aktion stand neben einem grösseren Ausschuß der Kultusgemeinde auch noch Bruder Expräsident Dr. Fuchs, unterstützt von Bruder Dr. R u f e i s e n und mehreren Frauen der Brüder, welche in hingebungsvoller Aufopferung für die Beschaffung und Anfertigung von Kleidern durch Sammlungen sorgten und auch die umfangreichen Vorkehrungen für die zweitweise Verköstigung