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B'nai B'rith · 1924-12-01 · 10 (12.1924) · p. Seite 273

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Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
10 (12.1924)
Date
1924-12-01
Page
Seite 273 (sequence 15)
Language
German
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273 richte auch eine religiöse Ausbildung angedeihen zu lassen. Dies wurde in der ersten Zeit, soweit nicht Privatunterricht durch Hauslehrer möglich war, durch Erri chtung von Privatschulen erreicht, deren erste schon im Jahre 1863 in Schle s.-Ostrau gegründet wurde. Erst im Jahre 1875, als sich die Notwendigkeit der Vereinigung der gesamten jüdischen Bevölkerung dieses Revieres zu einer Kultusgemeinde, an Stelle der in den verschiedenen Orten bestehenden Bethaus vereinen, notwendig machte, erfolgte die Übernahme dieser Schule und deren Ausgestaltung durch die neugegründete Kultusgemeinde, welche diese Kulturstätte mit reich-" liehen Mitteln förderte, sie mit staatlich geprüften Lehrern versah, in einem eigenen Hause unterbrachte und bis zur Gegenwart als vierklassige Volksschule mit einem jährlichen Aufwände von über Kc 90.000.— erhält. Trotzdem seither deutscher Unterricht durch zahlreiche Schulen in einzelnen Orten des Gebietes vorgesehen erscheint, wird diese Schule von der Kultusgemeinde noch weiter erhalten, wenn auch die Schülerzahl in den letzten Jahren wesentlich abgenommen hat, da die ziemlich weit entfernten Nachbarorte im Gebiete der Kultusgemeinde für den Unterricht in ausreichender Weise gesorgt haben. Ebenso mußte die neugegründete Kultusgemeinde für die durch den Zuwachs mittelloser Glaubensgenossen nötig gewordene Fürsorgetätigkeit durch Armen- und Krankenunterstützung, sowie durch sonstige Wohlfahrtseinrichtungen, Vorsorge treffen. An der Spitze dieser Fürsorgeanstalten stellten sich Männer, welche ohne Mitglieder unseres Ordens zu sein, mit vollem Eifer für die Aufgaben derselben eintreten. Mit der Ausbreitung der Tätigkeit unseres Ordens in diesem neu besiedelten Gebiete, welche von den oberschlesischen Logen ausgehend, sich zunächst auf die benachbarte Grenzstadt Bielitz erstreckte und hier fruchtbaren Boden fand, war es naheliegend, in dem nächstgelegenen Industriezentrum Mähr.-Ostrau eine Arbeitsstätte des weltumfassenden Ordens zu schaffen und es wurde schon vor mehr als dreißig Jahren von Bielitz aus der Versuch unternommen, in M.-Ostrau eine neue Loge zu gründen. Dieser Versuch hatte zunächst keinen sofortigen Erfolg, aber schon im Jahre 1898 war es der Anregung einiger Troppauer prominenter Persönlichkeiten gelungen, die Gründung der Loge „Silesia", mit dem Sitze in Troppau, durchzuführen, wobei sie von gleichgesinnten Menschenfreunden der nahegelegenen Stadt M.-Ostrau, sowie der übrigen schlesischen und mährischen Städte, wirksame Unterstützung fanden. Die Loge „Silesia" hat sich im Laufe ihres nunmehr 26jährigen Bestandes zu einer der blühendsten und erfolgreichsten Arbeitsstätten entwickelt und die Hälfte der Mitglieder waren im Gebiete von Mähr.-Ostrau und der Nachbarorte für die Zwecke des Ordens gewonnen worden. Während die Troppauer Brüder ihre Tätigkeit vorwiegend auf das westschlesische Gebiet ausdehnten, hatten die in Mähr.-Ostrau und Umgebung wohnenden Brüder sich hier ein ausreichendes Arbeitsgebiet geschaffen. In Ausübung der Grundsätze des Ordens, der Pflege der Kunst und Wissenschaft, der Wohltätigkeit und Bruderliebe, haben sie an den zahlreichen Institutionen, die im Laufe der letzten Jahrzehnte im hiesigen Gebiete geschaffen wurden, führenden und fördernden Einfluß

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