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B'nai B'rith · 1924-12-01 · 10 (12.1924) · p. Seite 270

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
10 (12.1924)
Date
1924-12-01
Page
Seite 270 (sequence 12)
Language
German
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270 „Die Zaubergewalt, die den tönenden Saiten der Königsharfe innewohnte, sie sei für Euch, meine lieben Brüder, die Loge und gleich den Saiten der Harfe, möge immer, wenn die Loge Euch ruft, die Saite Eueres Herzens erklingen und zu einer Harmonie von Tönen sich vereinigen und sie mögen ertönen, diese Harmonien, um Mitternacht, das heißt, in der Zeit der Finsternis, in der Zeit der Anfeindung, in der Zeit der Verläumdung, in der Zeit der Scheelsucht, in der wir leben und in dieser Zeit, meine Lieben Brüder, mögen Ihnen immer diese Töne der Harfe gegenwärtig sein. Die Begeisterung, die diese Harfe geweckt, sie möge auch Sie erfassen und diese Begeisterung möge Sie, meine lieben Brüder, in festliche Stimmung und im Alltag derart führen, daß Ihre Blicke trotz all dem, was um uns hergeschieht, nicht abwärts und nicht seitwärts, sondern aufwärts und vorwärts gerichtet seien, damit Sie sich immer dessen bewußt bleiben, als Brüder und Loge dafür zu wirken, daß Sie als Brüder, als Loge und als Juden nicht allein für Juden und Judentum, sondern durch die Loge, durch Brüder, durch Juden, durch Judentum für die Menschheit zu wirken haben." Nachdem sich der anhaltende Beifall, der den Ausführungen des s. w. Großpräsidenten folgte, gelegt hatte, überreichte dieser dem neugewählten Präsidenten, Br. Dr. Hilf den Freibrief und erklärte damit die Loge „Ostravia" als die 996. des Ordens und als die 12. unseres Distriktes für gesetz- und ritualmäßig installiert. Der neugewählte Präsident übernahm nun die Führung der Sitzung mit folgender Ansprache: Sehr würdiger Großpräsident! Würdige Expräsidenten! Liebe Brüder! Keines von jenen Allgemeingesetz gewordenen Geboten, die in grauer Vorzeit vom hohen Sinai herab unseren Vorfahren eingeschärft wurden, hat in unserem Volke solch tiefe Wurzeln geschlagen, keines kann sich rühmen, so tief in unseren Herzen verankert zu sein, so willige Folge gefunden zu haben, wie das Gebot: „Kabed es owicho wees imecho- Ehre Vater und Mutter" und so darf es daher nicht Wunder nehmen, daß ich, kaum daß ich mein Amt angetreten habe, jenen meinen innigsten Dank und meine vollste Verehrung zum Ausdrucke bringe, die ich als Vater und Mutter unserer neuen Loge „Ostravia" bezeichnen und ansprechen darf. Dank und Verehrung vor allem unserem hochwürdigen Vater, dem hohen Bunde, dem wir angehören, der uns heute durch den Mund unseres sehr würdigen Großpräsidenten unsere Großjährigkeitserklärung übermittelt und uns hiedurch mit einem Vertrauen beehrt hat, das durch unsere eifrige Tätigkeit im Geiste unseres Ordens zu rechtfertigen gewiß unser eifrigstes Bestreben sein wird." Dem Dank an den Orden schloß sich der Dank an den s. w. Großpräsidenten, an die Mutterloge „Silesia", an die Großlogen der Bruderdistrikte, an die Logen des eigenen Distriktes und schließlich an die Brüder der eigenen Loge „Ostravia" an. In scharfdurchdachter und formvollendeter Weise 'behandelte Br. Präsident Dr. Hilf das Thema der Bruderpflichten und stellt diesem engeren Pflichtenkreise den Pflichten-

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