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B'nai B'rith · 1924-11-01 · 9 (11.1924) · p. Seite 260

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Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
9 (11.1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 260 (sequence 36)
Language
German
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260 Wunsch zum Ausdrucke gebracht, die Welthilfskonferenz möge neben der Hilfs- und Aufbautätigkeit für den Osten auch die Organisierung der sonstigen sozialen Arbeit auf ihr Programm setzen. So entstand die Idee des jüdischen Welthilfsverbandes für soziale Fürsorge, deren Verwirklichung ein wesentlicher Teil der Beratungen in Karlsbad galt, wofür sich besonders intensiv die westeuropäischen Vertreter einsetzten. Die Grundzüge für diesen Verband sind im Wesentlichen folgendermaßen gedacht: a) Einflußnahme auf einen systematischen Ausbau der jüdischen sozialen Hilfe. b) Sammlung, Bearbeitung und Veröffentlichung statistischen Materiales auf diesem Gebiete. c) Vertretung der jüdisch-sozialen Interessen gegenüber internationalen Institutionen und Selbstverwaltungen. d) Schaffung zentraler Institutionen für humanitäre und soziale Zwecke. e) Materielle Hilfeleistung bei Bedürfnissen allgemeiner Natur (Emigration, Kolonisation) und katastrophalen Ereignissen von örtlicher Bedeutung. f) Schaffung und Verwaltung der erforderlichen Fonde. Als Mitglieder des Verbandes sind in erster Reihe Landesverbände für soziale Hilfe, von Gemeinden u. ä. gedacht und nur in Ländern, wo solche Verbände nicht bestehen, einzelne größere Gemeinden und bedeutende soziale Vereine und Gesellschaften. Die Organisationen hätten einen noch zu bestimmenden Anteil ihres Budgets dem Verbände als Mitgliedsbeitrag zu leisten, überdies sollen Sammlungen und Aktionen in den einzelnen Ländern von Organen des Verbandes im Einverständnis mit den Verbandsmitgliedern des betreffenden Landes durchgeführt werden. Organe des Verbandes sollen der Kongreß (der immer erst nach einigen Jahren zusammentritt), der Zentralrat und das Exekutivkomitee sein. Die Vertretungsberechtigung in diesen Körperschaften und deren Wirkungskreis wäre durch besondere Normen zu regeln. Es wäre wünschenswert gewesen, daß die Begründung und womöglich auch die Konstituierung des Verbandes bereits auf der Karlsbader Tagung erfolgt wäre. Allein trotz mehrtägiger Verhandlungen ließen sich die Verschiedenheiten der Auffassung zwischen den Vertretein der Welthilfskonferenz und jenen der Vereine Ort und Ose nicht beseitigen. Die beiden Vereine (russische Gründungen aus der Vorkriegszeit, die erstere für Aufbau-, der letztere für sanitäre Zwecke) haben das Bestreben, gleich der Welthilfskonferenz als Weltorganisationen zu gelten und wünschen eine parallele Tätigkeit zu entfalten. Infolgedessen mußte man sich begnügen, grundsätzlich zu beschließen, den Weltverband in der vorgeschlagenen Form zu gründen und die endgültige Feststellung der Satzungen, sowie die Konstituierung des Verbandes einem späteren Zeitpunkte vorzubehalten. Dieser Beschluß erfolgte in der Form einer feierlichen Proklamierung in der Schlußsitzung der Konferenz. Hiebei wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, es mögen in allen Ländern Gemeindeverbände und Fürsorgezentralen geschaffen werden. Mit der endgültigen Redigierung der Verfassung und der Geschäftsordnung wurde eine viergliedrige Kommission gewählt, welcher Abg. Oskar Cohn (Berlin), Dr. Alfred Klee (Berlin), Dr. M. H i n d e s (Berlin) und Dr. E. Margulies (Leitmeritz) angehören. V. Sonstige wichtige Entschließungen der Konferenz, a) Resolution der Kommission für Arbeit. Der Krieg und seine Folgen haben die ökonomischen Grundlagen des jüdischen Lebens zerstört und so das Bedürfnis der arbeitenden Massen nach Emigration zu seinem Zwange gesteigert. An den aus dieser Not entstandenen Probleme darf die zweite W. H. K. nicht vorüber gehen. Sie beschließt:

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