B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 9 (11.1924)
- Date
- 1924-11-01
- Page
- Seite 250 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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250 wiederholt in dieser Frage vorgebrachten Gründen bei der Entscheidung in Betracht gezogen werden müsse. Der Ordensleitung solle mitgeteilt werden, daß unser Distrikt den Zeitpunkt für die Gleichstellung der Frauen im Orden nicht für gekommen erachte, daß er jedoch empfehle, den einzelnen Distrikten nahezulegen, die Frauen in möglichst intensiver Weise zu den Logenarbeiten insbesondere auf sozialem Gebiete heranziehen zu lassen. Korreferent Dr. Feith führt aus: Zu a) und b) konstatiert er gleichfalls die Unannehmbarkeit des amerikanischen Rituale. Religion und Ethik solle man nicht miteinander vermengen. Er selbst habe sich wiederholt mit Reformanträgen des Rituale befaßt. Seine Schlußanträge lauten auf Ablehnung des amerikanischen Rituale und Einführung eines einheitlichen Rituale für Europa, mit welchem sich die einzelnen Logen vorher zu befassen hätten und zu dessen Schlußredaktion ein besonderes Komitee einzusetzen wäre. Auch für die Trauersitzungen wäre ein Rituale zu verfassen. Zu c) gibt der Korreferent der Uberzeugung Ausdruck, daß wir eher zu wenig als zu viel Symbolik haben. Zu d) Dr. Feith findet den Namen „Orden" nicht voll zutreffend; denn Orden bedeute ein durch bestimmte Gesetze geregeltes Leben von Anfang bis zu Ende. Er schließe sich aber doch dem Referentenantrage an, daß alle anderen Bezeichnungen der Sache noch weniger nahe kommen. Zu e) hat der Korreferent nichts vorzubringen. Zu f) Dr. Feith spricht sich für die sofortige Zulassung der Frauen als Ordensmitglieder aus, welche sich bei der Neugründung von Logen leicht durchführen lasse und bei den bestehenden nur für die Zeit des Uberganges gewisse Schwierigkeiten verursachen werde. Wenn die Frauen sonst überall gleichberechtigt sind, warum nicht bei uns? Bildung und Intelligenz seien für diese Frage nicht allein ausschlaggebend. In der anschließenden Debatte äußert sich zunächst der Delegierte der deutschen Großloge, Expr. B 1 u m e n f e 1 d, zu all diesen Fragen. Er beleuchtet die amerikanische Auffassung vom Orden und unser Verhältnis zu Amerika und nimmt Stellung gegen das amerikanische Rituale. Er legt das Hauptgewicht auf die erziehliche Tätigkeit und die richtige Auswahl der Beamten, Form und Rituale stehen für ihn in 2. Reihe. — Bezüglich des Geheimnisses vertritt er den Standpunkt, man solle nichts freiwillig aufgeben, was man schon habe und was uns zusammenschweißt. Für ihn stehe im Vordergrunde die Disziplin und die Liebe, Liebe zu den Brüdern, Liebe zum Judentume, Liebe zur Menschheit. Bezüglich der Frauen vertritt er bei aller Anerkennung ihrer hervorragenden Leistungen im deutschen Orden die Anschauung, daß ihre Gleichstellung im Orden dermalen noch nicht zeitgemäß sei. Die Antwort nach Amerika solle in respektvoller Form, aber in bestimmter Weise dahin lauten, daß bei der wesentlich verschiedenen Mentalität der Logen auf dem Kontinente die gestellten Anregungen unannehmbar seien.