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B'nai B'rith · 1924-11-01 · 9 (11.1924) · p. Seite 234

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
9 (11.1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 234 (sequence 10)
Language
German
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234 Sie hat dagegen die Menschheit in Fesseln geschlagen, ihr den Sinn für das Erhabene geraubt, sie hat gegenseitigen Haß und Habsucht zwischen Völkern und einzelnen Individuen erzeugt. Sie hat das Sittengesetz aller Großen, von M o s e s bis K a n t, verdrängt, sie b e d r o h t die Menschheit, anstatt sie zu befreien, mit Tod und Vernichtung. Da soll unser Orden Menschen vereinen, die an die Ideale der Menschlichkeit, an das wahre innerliche Judentum glauben, die das Sittengesetz lebhaft in sich fühlen und trotz Sturm und Braus daran festzuhalten gewillt sind. In diesem Streben fühlen sie sich eins mit den Edeldenkenden aller Völker, aber als Juden haben wir die Verpflichtung, das vieltausendjährige Erbe unserer Väter zu verwalten und zu mehren, Treue zu wahren denen, die im Staube ruhen, zu stützen die Fallenden unserer Brüder, ihre Wunden zu heilen und denen, die müde des aufreibenden Kampfes sich nach dem Lande Israels zurücksehnen, um dort wie die Urväter die Rebe und den Ölbaum zu pflanzen und den heiligen Boden wieder zu neuen Leben zu erwecken, die Rückkehr und Sammlung zu ermöglichen, sowie im Sinne unserer Gottesidee zu wirken. Sie übernehmen noch eine andere schwere Verpflichtung: Wo unser geliebter Orden seit 80 Jahren Wurzeln geschlagen, in allen Ländern, sind die Blicke aller Juden, aber auch der Nichtjuden auf sein Werk, auf seine Mitglieder gerichtet. Von ihm und seinen Angehörigen, seinen Einrichtungen erwarten Sie Beispiel und Führung zu allem Guten und Schönen. Wie einst für die Angehörigen des goldenen Vließec, soll die Zugehörigkeit zu unserem geliebten Orden einPretium laboris non v i 1 e sein, der schwer errungene Preis edler Bemühungen. Dessen mögen Sie eingedenk sein in dieser Stadt, in diesem Lande und in dieser Stunde. Mit dem Dichter rufe ich ihnen zu: „Des Menschen Würde ist in Eure Hand gegeben, bewahret Sie!" Im v/eiteren Verlauf der Sitzung folgt nun über Aufforderung des Br. Gr. Pr. Dr. Popper, der nun wieder den Vorsitz übernommen hatte, die Verlesung des Freibriefes durch den Großsekretär Br. Dr. Wiesmeyer und damit die Gründung der Loge „Fides" als der 994. unseres Ordens. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl der Beamten wurden die Brüder Josef Fischer zum Präsidenten, Markus Frankl zum Vizepräsidenten, Dr. Ludwig Baracs zum prot. Sekretär, Gabriel Grunwald zum Finanzsekretär, Oskar Pfeffer zum Schatzmeister gewählt. Zum Mentor ernannte Br. Großpräsident den Br. Alexander Gestettner. Es erfolgte nun die feierliche Installierung der neugewählten Beamten, die Br. Großpräsident mit folgender Ansprache einleitete: „In dieser feierlichen Stunde treten Sie als erste Beamte der Loge in diesen Raum, den Ihr Opfermut und Kunstsinn zu einer würdigen Stätte unseres Wirkens geschaffen. Das Amt, das Sie übernehmen, ist nicht nur für Sie und Ihre Loge, nicht nur für diesen und die kommenden Termine von besonderer Bedeutung. Sie haben, meine lieben Brüder, als die ersten Beamten dieser Loge Pflichten zu erfüllen. Als Beamten einer Loge, also einerKörperschaft von Brüdern, wurden Sie durch das Vertrauen der Brüder nicht über diese erhoben,

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