B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 7 (9.1924)
- Date
- 1924-09-01
- Page
- Seite 193 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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193 würdig sind; sie müßten insbesondere die Vorwürfe über ihr Benehmen gegen Christen, weil sie nicht Juden sind, durch Thaten von sich ablehnen, in der Reinlichkeit — ich meine hier den großen Haufen derselben — sich den Christen assimiliren, und dadurch den gerechten Abscheu der Christen vor ihren engeren Annäherungen heben, ihren Erwerbungsgeist nicht auf den bloßen Handel beschränken, sondern vorzüglich auf die Erzeugung, Verarbeitung, und Veredlung der zum Handel geeigneten Produkte leiten, grobe Arbeiten nicht meiden, sich an den Sabbathen und jüdischen Festtagen nicht, wie es bisher zwar nach dem Willen der Talmudisten, aber wider den Ausspruch der gesunden Vernunft geschieht, von Individuen anderer Religionen bedienen lassen, überhaupt aber die Meinung manches^ eben nicht intoleranten, Staatsmannes über die politische Unthunlichkeit, sie in den bürgerlichen Verhältnissen der herrschenden Nation gleich, oder wenigstens sehr nahe zu stellen, durch Handlungen zu besiegen suchen. Unsere Sozialpolitik. Bemerkungen zur Frage der „Berufsumschichtung".*1) Von Br. Expräs. Direktor Siegfried Lederer. Die Frage der Berufswahl ist schon öfters zur Diskussion gestellt worden — daß sie im Junihefte dieser Zeitschrift von Br. E d e 1 s t e i n und gleichzeitig von mir in einem Vortrage in der Union-Loge erörtert wurde, beweist nur die Folgerichtigkeit, mit der eine gegebene wirtschafüiche und politische Situation verschiedene Menschen zu gleichlaufenden Gedankengängen anregt und — drängt. Die Wirtschaftslage ist in unserem Staate durch den Zerfall der österr.-ungarischen Volkswirtschaft, des Wirtschaftgebietes, in eine Reihe kleinerer, nach wirtschaftlicher Selbständigkeit, Autarkie, strebender Einzelstaaten bedingt und durch deren zolltechnischen Abschluß gegeneinander gerichtet. Die Produktion muß dem beengten Markte angepaßt, verringert werden, die Industrie bildet sich zurück. Der Handel verliert seinen Aktionsradius, er verliert auch das Objekt seiner Tätigkeit. Von geringerer, wenn auch von symptomatischer Bedeutung bleibt die politische Agitation, das Argument, daß der Jude den Handel an sich gezogen habe, der Intelligenzberufe sich bemächtigte, produktiver Arbeit abgeneigt sei. Zu Beginn des Jahrhunderts beherrschte das T hema „Agrar- oder Industriestaat" die nationalökonomische Diskussion, welche vorwiegend 3. Aug. 1797, welcher so lautet: „Um die Judenschaft in Böhmen nach den angenommenen Grundsätzen der Duldung zum Besten des Staats, und ihrem selbst eignen, der bürgerlichen Bestimmung immer näher zu bringen, damit die Gesetzgebung den Unterschied, den sie bisher zwischen den christlichen und jüdischen Unterthanen zu beobachten genöthigt war, endlich ganz aufzuheben in Stand gesetzt werde, u. s. w." *) Vgl. hierzu diese Zeitschrift. HI. Jahrg. (1924), No. 5. S. 138—140.