B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 6 (6.1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- Seite 174 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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174 weise daran gearbeitet, eine Anleihe von 250.000 Dollars für eine Garten- Vorstadt von Jerusalem, welche den Namen „Adolf Kraus-Ort" führen soll, durchzuführen. Die Idee ist inspiriert von der Loge Jerusalem. Die Anteilscheine lauten auf 100 Dollar und sind rückzahlbar in Beträgen von 8 Dollars innerhalb 20 Jahren. Der Orden B'nai B'rith soll 25.000 Dol. als Geschenk für den gleichen Zweck widmen, welcher Betrag als Reserve zur Deckung für jene Anteilscheine, für welche wegen Dubiosität keine Rückzahlung erfolgen würde, gedacht ist. Bruder Lewis gab mir bekannt, daß seit dem Jahre 1920 der B'nai B'rith-Orden aufgehört habe ein Geheimorden zu sein. Zu diesem Schritte war man gezwungen, angesichts der auch in Amerika einsetzenden, von Henry Ford ins Leben gerufenen Judenhetze. Man sagte dem B'nai B'rith nach, daß er eine Organisation zur Stürzung der Regierung sei. Infolgedessen ist ein neues Rituale angenommen worden, welches die bestehenden Zeichen und Geheimworte auf ein Minimum reduziert; um der Agitation, daß der B. B. ein geheimer Orden ist. Wind aus dem Segel zu nehmen, hat man beispielsweise in Detroit, am Sitze Ford's, in einem öffentlichen Parke in Gegenwart von tausenden Zuschauern neue Brüder aufgenommen. Bruder Lewis gibt an, daß in New York cca 1,600.000 Juden leben, in Amerika insgesamt 3,600.000; von dieser Ziffer sind 1,400.000 Emigranten bezw. Kinder von Emigranten, die noch nicht die amerikanische Staatsbürgerschaft erworben haben; es ist begreiflich, daß gegen diese in gleicher Weise, wie gegen Italiener, die hinüberkommen, niemals Amerikaner werden und, wenn sie Geld erworben haben, wieder zurückziehen, eine heftige Strömung besteht. Es wird Sie, liebe Brüder, gewiß interessieren, daß die B'nai B'rith News, welche unter der ausgezeichneten Redaktion des Bruder Lewis stehen, nunmehr an eine Unzahl von amerikanischen Persönlichkeiten versendet wird, um als Propaganda-Organ gegen die überhand nehmende antisemitische Welle zu dienen. Die Brüder selbst bekommen die B'nai B'rith News mit einer Beilage, welche die einzelnen Logenfragen betreffen, zugesandt. Ich verbrachte noch einen wunderbar ruhigen Abend in der Wohnung des Bruder Lewis und als ich spät am Abend ihn und seine Gattin verließ, waren aus 2 Logen-Brüdern, die 8000 km voneinder leben, innige Freunde geworden. Ich bin davon durchdrungen, daß wir in Bruder Lewis eine außerordentliche Stütze haben und daß nach Uberwindung aller administrativen bürotechnischen Schwierigkeiten zwischen uns und dem Hauptquartier der B. B. Loge in Chicago ein Verkehr einsetzen wird, der weder in Bezug auf geschäfdiche, noch auf brüderliche Abwicklung das geringste zu wünschen übrig lassen wird. Die Logenräume des B'nai B'rith in Chicago konnte ich leider nicht sehen, weil diese nur provisorisch in einem Hause untergebracht sind, doch ist gerade die Chicagoer Loge dabei, und ich habe auch den Bau gesehen, ein elfstöckiges Clubgebäude aufzuführen. Am nächsten Tage sandte mir Bruder Lewis noch einige Empfehlungsbriefe an die maßgebenden Brüder in Seattle, Portland, San Francisco, Los Angeles, Denver, Cansas City und St. Louis.