B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 6 (6.1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- Seite 173 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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173 Bruder Lewis bringt für seine Stellung nicht nur die für diese Art von Betätigung unbedingt notwendige Begeisterung, sondern auch Gründlichkeit und Organisationsfähigkeit mit sich. Ich habe die Anregung gegeben und auch mit dem Vizepräsidenten des Ordens, Bruder Lucius Solomons in San Francisco besprochen, daß, sobald im nächsten Jahre ein neuer Präsident des Ordens bestellt werden wird, dieser gemeinsam mit dem Sekretär, Bruder Lewis eine Reise nach Europa unternimmt. Durch diese Reise verspreche ich mir einen außerordentlichen Ausbau und Intensivierung der Beziehungen zu den europäischen Logen. Ich möchte an dieser Stelle sogar die Bemerkung des Bruders Lewis weitergeben, wornach er für die europäischen Logen beinahe mehr interessiert ist als für die amerikanischen, weil er schon seit früher weiß, daß die europäischen Logen viel mehr auf ethischer Grundlage arbeiten als die amerikanischen. Ich sah die Evidenz über die europäischen Kriegswaisen und sah die Mappen für jedes der einzelnen Kriegswaisenkinder, welche von den B'nai B'rith-Logen Amerikas als Pflegekinder angenommen worden waren. In jeder Mappe säuberlich geordnet, die Lebensbeschreibung des Kindes, seine Photographien, die eventuellen Briefe u. s. w. u. s. w. Bruder Lewis erwähnt in gleicher Weise die Schwierigkeit, die amerikanischen Logen dauernd für materielle Leistungen zu interessieren und er findet es als einen sehr guten Weg, wenn das Interesse dieser Logen immer wieder wachgehalten wird durch Nachrichten von den betreffenden Pflegekindern. Es ist bedauerlich, daß es Monate und Monate bedurfte, bevor der Ordenssekretär die gewünschten Photographien und Briefe der Kinder zusammenbekommen habe. Er bittet auch an dieser Stelle die am Kriegswaisen-Werke mitbetätigten Brüder, vor allem dafür zu sorgen, daß der Kontakt der Kinder mit ihren Pflegern drüben aufrecht erhalten bleibe und immer von Zeit zu Zeit wieder Photographien gesandt werden. Bruder Lewis erklärte es mit der amerikanischen Mentalität, daß 50% des finanziellen Erfolges bei den Logen, welcher nebenbei gesagt nach Uberwindung des Nullpunktes in steigendem Umfange Früchte trägt, auf die Photographien der Waisenkinder zurückzuführen ist. Wenn in den Logensitzungen Briefe solcher Kinder vorgelesen werden und die Photographien herumgereicht werden, ist es menschlich verständlich,, daß die Mittel für die Kinder leichter fließen. Bruder Lewis würde es auch als eine gute Reklame für die cechoslovakischen Logen halten, wenn der im Jahre 1920 zur Verfügung gestellte Leihbetrag für notleidende Brüder, der nicht von Logenmitteln stammt, sondern von Logenmitgliedern erlegt wurden, zurückerstattet werden würde. Bruder Lewis sagte, daß es die europäischen Logen begreifen müssen, daß eine gewisse Müdigkeit der amerikanischen Logen hinsichtlich der Kollekte für Europa eingetreten ist. Seit 10 Jahren können die Logen sich weniger um lokale Hilfe kümmern, weil ihre gesamte Aufmerksamkeit auf Europa konzentriert ist. Dabei ist auch in Amerika immer wieder etwas neues im Programm, was neue Sammelaktionen notwendig macht. So wird jetzt beispiels-