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B'nai B'rith · 1924-06-01 · 6 (6.1924) · p. Seite 172

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
6 (6.1924)
Date
1924-06-01
Page
Seite 172 (sequence 26)
Language
German
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172 zu überwinden hatte, schon so weit war, um den bedrängten Brüdern im deutschen Reiche hilfreich die Hand zu bieten. Seine letzten Worte waren: „Wenn Sie nach Hause kommen, sagen Sie drüben, daß während des Tages, den Sie bei uns weilten, jede Post einen Brief aus irgend einem europäischen Distrikte brachte. Sie sehen, wir sind immer in voller Aktion." Als ich mich im Laufe des Nachmittages von ihm verabschiedete — nachdem sein Sohn gekommen war, um gemeinsam mit dem Vater die Mutter aus dem Sanatorium nach Hause zu bringen — konnte ich schwer meine Ergriffenheit bemeistern. Ich hatte das Gefühl eines für mich historischen Tages. Wir selbst und der ganze Orden B'nai B'rith müssen das Bedürfnis haben, diesem herrlichen Menschen, diesem Ben B'rith reinsten Wassers, jede Bürde von den Schultern zu nehmen und alles zu tun, damit uns seine Person noch lange erhalten bleibe. Ich hoffe, daß Sie es nachträglich gutheißen, daß ich am 25. Februar von San Francisco aus dem hochwürdigen Ordenspräsidenten Bruder Adolf Kraus zu seinem 74. Geburtstage die brüderlichsten Glückwünsche namens der cechoslovakischen Großloge und deren Logen übermittelte. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, daß ein Freund und Mitarbeiter unseres hochwürdigen Ordenspräsidenten, Bruder Adolf Kraus — wenn ich mich nicht irre, nannte er den Namen Mr. Rawles — die Geschichte seines Lebens schreibt. Den restlichen Nachmittag widmete mir sodann Bruder Lewis. Er gab mir eine Schilderung des Standes des Büros seit der Zeit, als er es übernommen hatte. Er ließ mich Einblick nehmen in die Agenda des Hauptquartiers des Ordens und ich muß sagen, daß diese Agenda wahrlich nicht klein ist. Bruder Lewis kennt und verehrt unseren hochwürdigen Ordenspräsidenten seit 10 Jahren. Bruder Kraus bat ihn nach dem Hinscheiden Bruder Seelenfreunds das Sekretariat des Ordens zu übernehmen, und es zeigt von viel Liebe und echtem B. B.-Gefühl, wenn Bruder Lewis dieser Aufforderung nachgekommen ist, trotzdem diese Stellung wesentlich geringere materielle Einkünfte mit sich bringt, als ihm durch Ausübung seines Berufes zugeflossen sind. Bruder Lewis ist von Beruf Advokat und in seinem Nebenberufe hat er, wie schon an anderer Stelle erwähnt, die Antidefamations- Liga geführt. Seine Gefühle für unseren hochwürdigen Ordens-Präsidenten und seine Begeisterung für die große Sache ließen es nicht zu, Bruder Kraus in der schweren Stunde allein zu lassen und er übernahm die gewiß nicht kleine Aufgabe, das Büro des Ordens neu zu organisieren, hauptsächlich aber das Material der Kriegswaisen-Pflege in Ordnung zu bringen. Diese Arbeit brachte es als natürliche Folge mit sich, daß in der ersten Zeit die Korrespondenz mit den europäischen Großlogen eine Unterbrechung erfuhr, bevor Bruder Lewis in die ganze Materie eingedrungen war, aber im Laufe dieses Sommers hofft Bruder Lewis alles ä jour gestellt zu haben und dann wird der Verkehr mit drüben nicht nur klaglos, sondern viel besser als früher funktionieren.

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