B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 5 (5.1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 137 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9582244-9582244-9597803-9597934--0441-9597955- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
137 Das Jüdische Badehospital in Tepiit z-S chönau hat im Berichtsjahre 97 Patienten vollkommen unentgeltlich verpflegt, denselben ärztliche Hilfe und Bäder angedeihen lassen. Die Patienten rekrutieren sich zum größten Teile aus der cechoslovakischen Republik, zum Teile aus Wien. Die Betriebskosten haben im Vorjahre ca Kc 50.000 betragen. Es erweist sich nunmehr die Notwendigkeit, das Haus einer gründlichen Renovierung zu unterziehen, wozu ein Aufwand von etwa Kc 30.000.— notwendig sein wird, welcher durch ein Hypothekardarlehen gedeckt werden soll. Direktor des Hospitals ist Br. Expr. JUDr. Josef Polacek, Chefarzt Br. Dr. Rudolf Hirsch, welcher sich der Behandlung der Patienten in uneigennützlicher Weise widmet. Im Vorjahre erhielt das Hospital von der Fürsorgezentrale eine Zuwendung von Kc 12.000.—. Der Kreditverband G. m. b. H. in Tepiit z-S c b ö n a u, die von der Loge zum Zwecke der Unterstützung insbesondere der durch den Krieg geschädigten Juden gegründete Genossenschaft, hat auch im Berichtsjahre Darlehen gewährt und hierdurch viel Gutes geleistet. Obmann ist Br. Felix Bruck, Geschäftsleiter Br. Otto Zimmer. Die jüdische Fürsorgezentrale für die csl. Republik in Prag wird den Gegenstand eines besondern Referates bilden. Überdies finden Sie einen ausführlichen Bericht über deren Tätigkeit im verflossenen Jahre in dem Hefte No. 3 unserer heurigen Mitteilungen. Rückblickend und zusammenfassend läßt sich feststellen, daß das Berichtsjahr ein Jahr der Arbeit und Konsolidierung war, einer Arbeit, die manchen Erfolg zeitigte, einer Arbeit aber auch, die sich umso schwieriger für mich gestaltete, als mitten im Jahre plötzlich und unerwartet der Arm erlahmte, der sie durchzuführen bestimmt war. Durch das jähe Ableben unseres Bruder Dr. Emil Spiegel waren Büro und Redaktion plötzlich verwaist; es hieß Ersatz schaffen, neue vollwertige Kräfte gewinnen und einführen, ich hoffe, daß mir das zu Ihrer Zufriedenheit gelungen ist. Die Arbeiten der Großloge haben keine Unterbrechung vertragen, sie haben auch keine erlitten. Wenn dieser Wechsel in den Personen den inneren Arbeiten der Großloge den Stempel im verflossenen Jahre aufgedrückt hat, so gilt als Merkmal für die sozial-ethischen Aufgaben der Großloge und namentlich jener aller Logen ein erhöhter Arbeitswille, eine größere Gebefreudigkeit und damit auch eine bedeutende Steigerung der Leistungen, die Fonde der meisten Logen wurden wesentlich gestärkt, Jubelfeste der Logen waren weniger Anlaß zu rauschenden Festen, als zu großen Opfertagen für die innere Mission. Dabei waren die Logen und die lieben Brüder sich ihrer Pflichten nach außen ebenso bewußt, die Stützungsaktion für die deutschen Brüder und die Sanierung der durch den Krieg und die Nachkriegszeit notleidend gewordenen humanitären Institutionen führen eine beredte Sprache. Doch wenn uns auch diese Erfolge befriedigen, ruhen können und dürfen wir nicht; neue große Arbeit erwartet uns, die wir nur leisten können, wenn Alle ihre Pflicht erfüllen und darum gilt auch für dieses Jahr die Losung: „Alle Mann an Bord!"