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B'nai B'rith · 1924-04-01 · 4 (4.1924) · p. Seite 112

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
4 (4.1924)
Date
1924-04-01
Page
Seite 112 (sequence 26)
Language
German
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112 etwas anderes zu sein. Der unabhängige Orden der B. B. gewährt den amerikanischen Juden die Möglichkeit, seinem natürlichen Verlangen nach Verbindung mit den anderen Gruppen nachzukommen, deren Teil er selbst ist." Zum Schlüsse des Heftes werden Aussprüche der letzten Präsidenten der Vereinigten Staaten über den Orden der B. B. mitgeteilt. Nicht minder interessant ist der Inhalt des Feber-Heftes. Wenn wir in der ersten Nachkriegszeit bei den amerikanischen Brüdern gegenüber der Ihnen neuen und überraschenden Erscheinung des Antisemitismus eine gewisse Ratlosigkeit feststellen konnten, so zeigt sich heute die Entschlossenheit, mit dieser importierten Bewegung, die allen amerikanischen Traditionen widerspricht, als mit einer Tatsache zu rechnen und den Kampf, der natürlich auch als Wahlkampf in Erscheinung treten wird, auf der ganzen Linie aufzunehmen. Die ganze Mentalität der Ku-Klux-Klan Bewegung wird in einem Interview mit deren Führer Dr. Hiram W. Evans dargelegt, zu dem Israel Zangwill kritisch Stellung nimmt. Alle aus Europa wohl bekannten Phrasen werden aufgeboten, um das idealistische Mäntelchen als Hülle des Rassenhasses gebrauchen zu können. Es handle sich darum, die christliche Zivilisation aufrecht zu erhalten, Amerika müsse gereinigt und unangreifbar gemacht werden, der Kampf werde gegen die Selbstsucht und für das Gemeinwohl geführt. Die Regulierung der Einwanderung müsse in dem Sinne erfolgen, daß unassimilierbare Elemente ferngehalten werden. Dabei behauptet Evans, daß bis zum Jahre 1850 volle ii5°/o der Einwanderer dem „nordischen Typus" angehörten. Als unerwünschte Elemente bezeichnet Evans insbesondere die Katholiken, die die Kirche über den Staat stellen (nach Zangwill 18 Millionen), ferner die Juden, die bewußt gegen die Assimilation an die Mehrheit der Bevölkerung eingestellt sind (nach Zangwill mehr als 8 Millionen), ferner die Farbigen (12 Millionen). Zum Schluß verteidigt Evans noch die Geheimattribute der Ku-Kluxer, die Maske und den Eid, den jedes Mitglied abzulegen hat. Jedenfalls haben es die amerikanischen Juden hier mit einem Gegner zu tun, den es mit allem Ernst zu bekämpfen gilt. Aus dem übrigen Inhalt ist ein Artikel von Albert M. Hyamson: „Jerusalem einst und jetzt", ferner die Berichte über die Not der Juden in Deutschland v. Br.Prof. I. Elbogen sowie die Fortführung der Berichte über das neue Österreich von Br. Alexander Hecht, sowie der Artikelserie über die Juden in der deutschen Literatur zu erwähnen, worin diesmal u. a. Carl Sternheim und Max B r o d gewürdigt werden. Wenn uns die Jännernummer einen Bericht über die Kriegswaisenfürsorge des Ordens gab, so erfahren wir in der vorliegenden Nummer Details über die großzügige Aktion, welche die am. Brüder eingeleitet haben, um die von der Jerusalemer Loge propagierte Gründung einer Gartenstadt für Kleinsiedler bei Jerusalem zu verwirklichen. Bisher sind von der Großloge zu diesem Zweck 25.000 Dollars bewilligt worden. Die übrigen Mittel, welche die Jerusalemer Loge mit 250.000 Dollars veranschlagt, sollen ausschließlich von den amerikanischen Brüdern aufgebracht werden. Ein Rundschreiben des h. w. Ordenspräsidenten an die Logen, das die Sammlung für diesen Zweck einbegleitet und sich an Zionisten, Nicht-Zionisten und Gegner der zionistischen Bewegung wendet, gibt über die ganze Aktion Aufschluß, die abermals die Amerikaner in vorbildlicher Weise an positiver Arbeit zeigt. Der Bericht über die Tagung des Central Administrative Board vom 6. Jänner a. c. in Chicago ist bereits in der letzten Nummer der Monatsberichte mitgeteilt worden. Dr. Stransky (Praga). S. J. Agnon: Der Verstoßene. Als vor ein paar Jahren der kaum dreißigjährige Agnon mit seinem Roman „Und das Krumme wird gerade" hervortrat, erkannte man sogleich, daß auch die zweite Generation der jüdischen Renaissance den großen hebräischen Epiker gefunden hat. Denn was den großen Dichter kenntlich macht, ist nicht eine neue Idee, die sich an einem Beispiel erprobt, auch nicht eine neue Form, die nur sprachlich erfrischt, sondern ein neues Schauen auf Menschen und Geschehnisse. Perez oder Frischmann, die der älteren Generation angehörten, zeichneten das jüdische

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