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B'nai B'rith · 1924-04-01 · 4 (4.1924) · p. Seite 111

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
4 (4.1924)
Date
1924-04-01
Page
Seite 111 (sequence 25)
Language
German
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111 Bücher^ und Zeitschriftenschau. Aus den B'nai B rith News <Jänner-Feber 1924). Während in unseren Distrikten sich mehr und mehr die Ansicht durchsetzt, daß eine intensive Arbeit der Logen einer extensiven Tätigkeit vorzuziehen sei und die großen Logen ihre schwerwiegenden Nachteile haben, vertritt Br. Adolf Freund (Detroit, Michigan) einen ganz entgegengesetzten Standpunkt. Wir erfahren von ihm, daß die Zahl der Br. Br. in den Ver. Staaten 56.000 beträgt. Diese Anzahl wünscht Br. Freund auf 150.000 bis 200.000 erhöht zu sehen, wozu er die Gründung von etwa 15 bis 20 neuen Logen empfiehlt, d. h. er sieht für jede Loge eine Anzahl von einigen tausend Br. Br. vor. Einen breiten Platz der Zeitschrift füllt der Kampf gegen den Antisemitismus aus, sei es in Amerika selbst, wo Mr. Henry Ford die von Europa übernommene Lehre predigt — so un-american a gospel — und dem Bunde der Ku-Klux-Klan seine mächtige Hilfe angedeihen läßt, sei es in den verschiedenen alten und neuen Staaten Europas, die sich immer rücksichtsloser über die Bestimmungen des Versailler Vertrages hinsichtlich des Minoritätenschutzes hinwegsetzen. Besonders ausführlich wird in der vorliegenden Jänner-Nummer die Lage in Deutschland behandelt, über die Prof. Ludwig Stein, Bern, sich trotz der vorgekommenen Ausschreitungen optimistisch äußert. An den heutigen Zuständen trage die allgemeine Anarchie und nicht der Antisemitismus die Hauptschuld. Ein langer Artikel aus der Feder Br. Alexander Hechts behandelt den Wiederaufbau Österreichs vom Standpunkte des Ordens aus. An die Abwehr feindlicher Angriffe schließt sich die Würdigung positiver Leistungen auf allen Gebieten jüdischer Tätigkeit. Die Artikelreihe von Morris Fishbein über den Anteil jüdischer Künstler an der modernen deutschen Literatur findet ihre Fortsetzung in Würdigungen der Dichter Peter Altenberg, Richard B e e r-H o f m a n n, Arthur Schnitzler (mit Bildnis), Paul Kornfeld, Rudolf B o rchard und Arnold Zweig, aus deren Werken auch Proben in Übersetzung gegeben werden. „Die Renaissance der hebräischen Sprache" behandelt Samuel S. Cohon, ein Essay „Shylock — eine Apologie oder eine Verleumdung?" von Lee J. Levinger und eine Novelle eines jüd. Autors vervollständigt den literarischen Teil, der auch eine Reihe Besprechungen interessanter Werke z. B. des Buches von Dimitri Bulaschow „Bolschewismus und Judentum" (Philo Berlin) enthält. Außerordentlich wirksam ist das Beiblatt über die Kriegswaisenpflege, das halb Rechenschaftsbericht halb Werbeschrift ist und uns ein Bild von dem großen Rettungswerke gibt, das die amerikanischen Brüder unternommen haben. Fast 1000 Kriegs- und Pogromwaisen erfreuen sich der werktätigen Hilfe des Ordens, die sich auf Polen, Serbien, Türkei, Bulgarien, Rumänien, Deutschland, Österreich, Tschechoslowakei und Syrien erstreckt. Bilder der Kinder, faesimilierte Briefe derselben, Berichte der Mütter und Pfleger sprechen ihre beredte Sprache. Ein gerade in Amerika eingelangtes Paket deutscher Post gibt ein erschütterndes Bild der deutschen Not in den verflossenen kritischen Monaten. Von dem Geiste der amerikanischen Logen zeugt die Rubrik der Redaktions-Korrespondenz, in der z. B. unter dem Titel: Warum bin ich ein Mitglied des Ordens der B. B.? einzelne Brüder der verschiedensten Logen ihre Stellung 2ur Ordensidee begründen. So schreibt Br. Albert B. Clarfield, Covenant Loge, Duluth, Minneapolis, u. a.: „In mir lebt ein tief wurzelndes, unzerstörbares Gefühl physischer, geistiger und seelischer Verwandschaft mit jener ethnischhistorischen Gemeinschaft, die wir das jüdische Volk nennen. Ich bin ein Glied in der endlosen Kette meiner Ahnen, ein Produkt des Erbes der Jahrhunderte. Die Bindung der Glieder eines Volkes kann nicht bloß religiöser Art sein. Sie geht viel tiefer . . . Jude sein bedeutet eine bestimmte psycho-physische Art des Denkens, Fühlens und Handelns, eine vollständige Unmöglichkeit irgend

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