B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 3 (3.1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 66 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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66 statt „Weib " in Erinnerung, über den schon Schopenhauer geklagt hat: „Die Weiber wollen nicht mehr Weiber heißen aus demselben Grunde, aus welchem die Juden Israeliten und die Schneider Kleidermacher genannt werden wollen!" Soweit nun unsere Teilfrage über Frauenlogen das Problem der Frauenfrage in dem hier skizzierten Umfange streift, führt es zur weiteren Frage: Soll es sich hier um Frauenlogen, oder um Weiberlogen handeln, soll es sich um Vereinigungen handeln, deren Mitglieder als „Weiber4', als gesonderter Sexualbegriff den „Männern" gegenüber stehen, oder sollen die „Frauen" die „uxores" die „Gemahlinnen" unseres Sprachbegriffes — und zwar nur die der Logenmänner - die „Loge" bilden. Diese Frage berührt den Kern unseres Proble ms. Wie einleitend hervorgehoben wurde, hat das Verlangen nach Frauenlogen Ablehnung, die Gründung von Frauenvereinigungen Zustimmung gefunden und dies steht, wie schon erwähnt, scheinbar in einer Gegensätzlichkeit zu der nunmehr erfolgten Gründung der „Miriam''-Loge in Konstantinopel. Ich sprach geflissentlich von einer „scheinbaren" Gegensätzlichkeit, denn sachlich liegt hier zwischen den hierorts erhobenen Forderungen und der Stellung des Exekutivkomitees zu dieser Frage und zwischen der erwähnten Gründung kein Gegensatz vor. Das Novum liegt nur im „Namen" nicht in der „Sache". Liegen uns auch noch keine Einzelheiten über diese Gründung vor, so läßt sich diese Behauptung doch aus den in der „Hamenorah", der Zeitschrift des 11. Distrikts veröffentlichten Installations- und Begrüßungsreden entnehmen. So handelt es sich darnach nicht um eine selbständige Loge unseres Ordens, sondern die Loge „Miriam" trägt die Nr. 678, das ist die Nr. der Konstantinopler B'nai B'rith Loge, der sie vollständig angegliedert ist. Der innere Aufbau dieser Loge geht besonders aus der Ansprache des Installierenden hervor, in der dieser ausführt: „Mit ihrer Vereinigung werden sie den ersten Frauenklub gründen, der im Orient geschaffen wurde; Sie werden den Grundpfeiler legen zur ersten Vereinigung von jüdischen Frauen, die sich an die Methoden des Parlamentarismus anpassen werden. Sie werden Sitzungen haben, welche ihnen gestatten, sich zu organisieren, methodische Arbeit zu leisten, eine gesunde Disziplin zu halten, geordnete Wechselreden abzuführen und Erwägungen anzustellen über die ihr Geschlecht betreffenden Fragen und sich einer von Ihnen selbst sich auferlegten Verschwiegenheit zu unterwerfen; durchwegs Dinge, die im Orient mehr für das „schöne" als für das „häßliche" Geschlecht nötig sind, oder ebenso sehr für das eine wie für das andere. Nichts, was ihr Geschlecht betrifft, darf ihnen fremd bleiben: Die Rechte und die Pflichten der Frau, des verlassenen Mädchens, der Witwen und der Waisen, die vielfachen Verpflichtungen, welche die Aufgaben der Schule, der Wohltätigkeit und der sozialen Fürsorge auferlegen. Oft werden die beiden Logen, die Frauen- und die Männerloge die Fragen gemeinsam zu diskutieren haben, welche sie beide betreffen. Wir werden uns gegenseitig auf diese Weise eine Unterstützung gewähren. Neben dem Knaben-Gymnasium, wollen wir ein Mädchengyrnnasium gründen, das den Namen des Ordenspräsidenten Adolf Kraus