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B'nai B'rith · 1924-02-01 · 2 (2.1924) · p. Seite 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
2 (2.1924)
Date
1924-02-01
Page
Seite 47 (sequence 15)
Language
German
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47 Streben wird dann geweckt, neues Leben wird erzeugt und die Logentätigkeit wird an Anziehungskraft und Begeisterungsfähigkeit gewinnen. Meine lieben Brüder! haben wir es bei der sozialen Betätigung mit einer Wirksamkeit zu tun, die man zur Not in den Begriff Wohltätigkeit durch Ausdehnung und Auslegung eingruppieren könnte, so möchte ich fernerhin ein Streben in den Logenwahlspruch hineingestellt und deutlich ausgesprochen wissen, das bisher überhaupt noch keinen Ausdruck bei ihm gefunden hat, das aber schon den Begründern als bedeutsame Aufgabe klar und zielbewußt vor Augen stand, und das auch in allen Logen schon bis jetzt mehr oder weniger Beachtung fand, ich meine die geistige und ethische Vervollkommung der Brüder auf dem Boden des Judentums, oder nennen wir es gleich mit dem von mir empfohlenen Ausdruck: Die Selbstveredlung. Schon als der Orden in Amerika ins Leben gerufen wurde, trat bei seinen Begründern der klare Wille zu Tage, durch ihn und seine Veranstaltungen, veredelnd und bildend auf seine Mitglieder einzuwirken, um sie hierdurch ihren andersgläubigen Mitbürgern in religiöser, sittlicher und geistiger Beziehung gleichwertig werden zu lassen. Der Orden sollte gewissermaßen die Grundlage einer sittlichen und religiösen Wiedergeburt des jüdischen Volkes werden, und es sich selbst, seiner Bestimmung und seinem Gotte zuführen. Und indem man den Orden auf dem Boden des Judentums aufbaute, suchte man dies zugleich dem Verständnis näher zu bringen und es in seinem Gehalt und seiner Veredlungsfähigkeit darzutun. In den ersten Jahren ihres Bestehens konnten die Logen nur in geringem Maße diesem Ziele ihre Kräfte weihen. Sie hatten zunächst zu sehr mit sich selbst zu tun, mit ihrem Ausbau, mit ihrer Erweiterung und Ausbreitung, mit ihrer Durch Setzung und Anerkennung. Als aber der Orden sich innerlich gefestigt fühlte und erstarkt war, trat er mit seinem Streben zielbewußt hervor, und schon auf der Versammlung der Konstitutionsgroßloge in Philadelphia im Jahre 1857 wurde in die Einleitung zur Abänderung der bisherigen Konstitution der Satz aufgenommen : „Der Orden Bnai Brith hat die Mission der Vereinigung der Israeliten der Ver. St. Amerikas zum Zwecke der Entwicklung der höchsten Interessen des Judentums im weitesten Sinne und mit aller Kraft. Sein ferneres Hauptziel aber ist die geistige Erhebung seiner Mitglieder, die Verbreitung der Erkenntnis wahrer Sitdichkeit und die Förderung der reinen und erhabenen Lehren des Judentums, wie die Anbahnung der allgemeinen Betätigung derselben." Damit wurde ein Streben in die Logentätigkeit hineingestellt, für das im Logenwahlspruch nicht einmal eine Andeutung gegeben, wenn es auch schon vorher mit aller Deutlichkeit hervorgetreten war. Und auch in Deutschland fühlte man es bald heraus, daß nicht das Bedürfnis mit Gleichgesinnten zusammenzukommen und nach des Tages Mühen Zerstreuung zu suchen, sondern die Schaffung geistiger Interessen, Fortbildung im besten Sinne

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