B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 1 (1.1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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14 wir uns im Sinne der Humanität und des Wohlwollens betätigen ohne der Gedankenfreiheit Fesseln aufzulegen, so ist in diesen Grenzen jüdische Betätigung für alle Brüder möglich. Durch die drei angeführten Referate und die anschliessende Aussprache lernten die Brüder ihre Ansichten gegenseitig kennen und sie sahen, daß trotz aller Verschiedenheiten der Weltanschauung überall das Streben zur Gemeinsamkeit besteht Diese Erkenntnis brachte eine gegenseitige Annäherung, zuerst im Gefühlsmäßigen, dann auch in den Ansichten mit sich und so waren die Vorbedingungen für eine einheitliche Behandlung einzelner gründsätzlich wichtiger konkreter Fragen des Logen- und Ordenslebens geschaffen. Uber diese Fragen wurde eine Reihe von Debatten geführt. Als erstrebenswertes Ziel setzten wir uns eine in engem Kontakt lebende vom Gedanken der Brüderlichkeit getragene Loge, die durch die Lebenskraft ihrer leitenden Ideen die Berechtigung erlangt, an die Brüder strenge Anforderungen zu stellen. Von diesem Gesichtspunkte aus wurden vor allem die Grundsätze besprochen, von denen sich unser Vorprüfungskomitee bei seiner Tätigkeit leiten läßt. Wir glauben uns dadurch keiner Kompetenzüberschreitung schuldig gemacht zu haben. Die Entscheidung der einzelnen Fälle ist wohl ausschließliches Vorrecht des Vorprüfungskomitees, das es nicht nur mit niemandem teilen, sondern über das es nicht einmal Rechenschaft ablegen darf. Dagegen sind die allgemeinen Grundsätze von einer Besprechung nicht ausgeschlossen und mit Rücksicht darauf, daß sie für die Zusammensetzung der Loge und somit auch für ihr geistiges Leben von großer Bedeutung sind, ist es Pflicht des geistigen Komitees, sich mit ihnen zu beschäftigen. In der Beratung wurde nun mit Genugtuung konstatiert, daß das Vorprüfungskomitee die angemeldeten Kandidaten vor allem nach ihrem Charakter und danach beurteilt, ob aktive Mitbeteiligung des Kandidaten an den Arbeiten der Loge zu erwarten ist, daß dagegen materielle Mittel oder eine besonders glänzende Perönlichkeit keine entscheidende Bedeutung haben. Es wurde weiter hervorgehoben, daß das Vorprüfungskomitee parallel mit den im geistigen Komitee allgemein geäußerten Ansichten nicht darauf ausgeht, möglichst viele neue Brüder zu gewinnen, sondern auch mit Rücksicht auf zu erwartende Anmeldung von Kandidaten, die sich ihre Sporen im Wirtschaftsleben während des Krieges verdient haben, überstürzte Aufnahmen zu vermeiden trachtet und zu diesem Zwecke zwei Grundsätze aufgestellt hat: 1. Der Beschluß auf Aufnahme eines Kandidaten kann nur einstimmig gefasst werden. 2. Auf die Person des Anmelders darf keine Rücksicht genommen werden. Im Anschlüsse an dieses Thema wurde von Br. Expr. Dr. Arnold Pollak die Frage der- Einführung von Logengraden zur Sprache gebracht. Das Interesse für diese Frage war ein allgemeines, sodaß Dr. Pollak über Bitte des Komitees die Zusage machte über die Bedeutung der Gradlogen in der Logensitzung zu sprechen. Dies wird zu Anfang des Jahres 1921 geschehen.