B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 1 (1.1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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12 der Schaffung eines geistigen im Sinne der Ordensideen wirkenden Mittelpunktes der Loge. Es war uns von Anfang klar, daß wir diese Aufgabe nur dann werden durchführen können, wenn wir den geistigen Kontakt der Mitglieder des Komitees möglichst steigern und den Rahmen unserer Beratungen so erweitern werden, daß alle mit den Logenideen oder mit dem Logenleben zusammenhängende Fragen, die den Brüdern im Grundsätzlichen nahegehen, sowie ein solcher Wunsch geäußert wird, besprochen werden können, ohne daß hiedurch die laufenden Arbeiten des Komitees beeinträchtigt werden. Um hiefür Zeit zu schaffen, haben wir uns entschlossen, die Sitzungen des Komitees, die bis dahin einmal in 14 Tagen stattfanden, in diesem Jahre jede Woche abzuhalten und können mit Befriedigung feststellen, daß die größere Inanspruchnahme die Brüder des Komitees nicht nur nicht abspannte sondern noch zu intensiverer Tätigkeit anspornte. Die gewonnene Zeit wurde dazu benützt, auf Grund von Referaten einzelner Brüder Debatten über wichtige Probleme der Loge und des Ordens abzuführen. Die Aussprache über die wichtigsten aktuellen Probleme menschlicher und jüdischer Art sollte eine gemeinsame Platform, einen gedanklichen Gleichklang in den grundlegenden Ordensfragen schaffen. Diesem Zwecke waren folgende drei Referate und Debatten über folgende drei Themen gewidmet: Der Brudergedanke — Referent Br. Dr. Wodak. Soll sich die Loge jüdisch betätigen — Referent Br. Oskar Stein. Der Pazifismus — Referat Br. Expr. Dr. Bischitzki. Das Referat des Br. Dr. Wodak stellte eine Reihe von Fragen auf, von denen ich nur die Wichtigsten mit dem Ergebnis der Debatte anführen will. — Dr. Wodak stellte vor allem die Frage, worüber in der Loge diskutiert werden kann und welche Dinge sich zur Behandlung in der Loge nicht eignen. Die Debatte ergab volle Ubereinstimmung mit der Ansicht des Referenten, daß es keine „heiklen Fragen" gibt, die in der Loge nicht behandelt werden können, wenn nur die Art der Behandlung eine wirklich brüderliche und vornehme ist. Dann beschäftigte sich Dr. Wodak mit dem Begriffe der Brüderlichkeit und betonte als Erfordernis der Brüderlichkeit die Achtung vor dem Nächsten, gegenseitiges Vertrauen und Rücksicht. Er sprach auch über die Beziehungen der Brüder zu einander und in der Debatte über diesen Punkt wurde auf Anregung des Br. Expr. Dr. Bischitzki das Komitee für brüderliche Fürsorge behandelt, welches die Aufgabe hat, praeventiv einzugreifen,bevor noch die betreffende Angelegenheit sich soweit entwickelt hat, daß sie in das Gebiet des Friedens¬ oder des Unterstützungskomitees fallen oder eine Entfremdung zwischen einem Bruder und der Loge verursachen würden. Schließlich berührte Dr. Wodak eine Frage, die später noch einigemals bei anderen Gelegenheiten im Komitee behandelt wurde, die Frage der Konsolidierung der Loge. Dr. Wodak wies darauf hin, daß ein wirklich brüderlicher Verhältnis nur dann entstehen kann, wenn der Mitgliederstand nicht zu rasch wechselt und die aufzunehmenden streng darauf geprüft